Die Ethereum Foundation hat mitgeteilt, dass Entwickler nach einem jüngsten Interoperabilitäts-Treffen im norwegischen Svalbard deutliche Fortschritte bei der kommenden „Glamsterdam“-Aufrüstung erzielt haben. Gleichzeitig kündigte die Organisation umfangreiche Veränderungen in der Führung ihres sogenannten Protocol-Cluster-Teams an.
In einer am Montag veröffentlichten Aktualisierung erklärte die Stiftung, die Arbeiten an der nächsten großen Hard Fork von Ethereum hätten sich durch ausgeweitete Tests und neue Entwicklungsnetzwerke deutlich beschleunigt.
Die nächste große Netzwerk-Aktualisierung mit dem Namen Glamsterdam baut auf dem im Dezember eingeführten „Fusaka“-Upgrade auf. Dabei werden Änderungen an Konsens- und Ausführungsebene kombiniert, mit einem klaren Schwerpunkt auf einer besseren Skalierbarkeit, Effizienz und Dezentralisierung der Basisschicht.
Zu den zentralen geplanten Funktionen gehört die sogenannte Enshrined Proposer-Builder Separation (ePBS). Dieser Ansatz soll den Umgang mit maximal extrahierbarem Wert (MEV) verbessern und es Validatoren ermöglichen, die Blockerstellung sicherer und effizienter auszulagern.
Zudem sollen sogenannte Block-Level Access Lists (BALs) eingeführt werden, die erweiterte Angaben zum Zugriff auf Zustände während der Blockverarbeitung erfordern. Parallel arbeiten Entwickler weiter daran, den Gas-Durchsatz des Netzwerks deutlich zu erhöhen.
Nach Angaben der Stiftung soll Glamsterdam Fortschritte in Richtung einer Basis-Schicht mit einer Gas-Untergrenze von 200 Millionen Einheiten ermöglichen. Unterstützt wird dies durch Optimierungen im Zusammenhang mit ePBS, BALs sowie der Zustandsneubewertung im Rahmen von EIP-8037.
Die Testarbeiten wurden bei dem jüngsten Treffen in Norwegen weiter vorangetrieben. Dort prüften Entwickler auch erste Prototypen für künftige Upgrades, darunter „Hegota“ sowie Funktionen zur nativen Kontoabstraktion. Mehrere Entwicklungsnetzwerke für Glamsterdam sind inzwischen aktiv, während die Tests mit verschiedenen Client-Implementierungen fortgesetzt werden.
Zugleich bestätigte die Organisation, dass die Protokollentwickler Barnabé Monnot und Tim Beiko die Stiftung verlassen, während Alex Stokes eine Auszeit nimmt. Ihre Aufgaben sollen künftig von den neuen Leitern des Protocol Clusters, Will Corcoran, Kev Wedderburn und Fredrik Svantes, übernommen werden.
Die Veränderungen sind Teil eines umfassenderen Umbaus innerhalb der Ethereum Foundation im vergangenen Jahr. Im Juni hatte die Organisation den Protocol Cluster offiziell eingerichtet, um die Entwicklungsarbeit stärker auf Skalierung der Basisschicht, Ausbau von Layer-2-Lösungen und Verbesserungen der Nutzererfahrung auszurichten. Das scheidende Führungsteam war maßgeblich an der Koordination des Fusaka-Upgrades und der übergeordneten Entwicklungsstrategie beteiligt.
Bereits im Februar hatte Tomasz Stańczak, der 2025 zum Co-Executive Director ernannt worden war, seinen Posten aufgegeben. Später wurde Bastian Aue gemeinsam mit Hsiao-Wei Wang zum interimistischen Co-Executive Director berufen.
Die neu formierte Führung des Protocol Clusters soll nun die weitere Entwicklung rund um Glamsterdam sowie die Vorbereitungen für das nächste Upgrade „Hegota“ steuern.