Der Goldpreis (XAU/USD) erholt sich am Donnerstag im frühen asiatischen Handel auf nahe 4.400 USD und beendet damit seine dreitägige Verlustserie. Das Edelmetall gewinnt angesichts eines schwächeren US-Dollars (USD) an Boden. Händler werden die wichtigen US-Inflationsdaten im weiteren Wochenverlauf genau beobachten, da sie neue Hinweise auf die nächste Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) liefern könnten.
Reuters berichtete am Mittwoch, dass der Iran erklärt habe, 10 Schiffe in der Nähe der Straße von Hormus angegriffen zu haben, nachdem die USA fünf iranische Öltanker versenkt hatten, was die größte Welle von Angriffen auf die Schifffahrt durch beide Seiten seit dem Beginn des sechs Monate alten Krieges darstellt.
Die erneuten Spannungen im Nahen Osten und die steigenden Ölpreise haben Inflationssorgen verstärkt und die Argumente für eine Zinserhöhung der US-Notenbank auf ihrer Sitzung in der kommenden Woche untermauert. Höhere Zinsen belasten Gold in der Regel, da das Edelmetall keine Zinsen abwirft und damit renditetragende Anlagen relativ attraktiver macht.
Händler machen sich auf den am Donnerstag anstehenden US-Erzeugerpreisindex (EPI) und die am Freitag veröffentlichten Inflationsdaten zum Verbraucherpreisindex (VPI) gefasst. Diese Berichte könnten Hinweise darauf liefern, ob die Fed die Zinsen anheben wird, um den Preisdruck einzudämmen.
Laut dem CME FedWatch Tool preist der Markt für die Sitzung der Zentralbank in der kommenden Woche eine Wahrscheinlichkeit von etwa 60% für eine Zinserhöhung ein.
Laut TD Securities belastete „ein stärkerer Arbeitsmarktbericht zunächst Gold“, doch anschließend hätten „weniger hawkishe Fed-Kommentare und Währungsinterventionen die Erzählung abgekühlt“, was unterstreiche, dass der Markt nun „eine erhöhte Sensibilität gegenüber eingehenden Daten und Schlagzeilen“ habe. Die Bank argumentiert, dass „Inflationsdaten der nächste große Katalysator“ seien, und warnt, dass „eine positive Überraschung die Fed-Preisbildung bestärken und das gelbe Metall belasten würde“, während „weniger besorgniserregende Inflation letztlich der erste Katalysator sein könnte, damit die nächste Welle diskretionärer Positionierungen in den Markt eintritt“.
Auf dem Tageschart hält sich XAU/USD oberhalb des 100-Tage-Durchschnitts (MA) und behält damit einen konstruktiven kurzfristigen Bias bei, während sich der Preis zwischen dem unteren Bollinger-Band und dem Widerstand am mittleren Band konsolidiert. Der Relative Strength Index (14) bei 50,65 ist neutral und deutet darauf hin, dass sich das Momentum nach den jüngsten Gewinnen abgekühlt hat, aber noch nicht klar umgekehrt hat.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am mittleren Bollinger-Band bei rund 4.465 USD, wobei ein Ausbruch darüber den Weg zum oberen Band bei etwa 4.675 USD als nächste Hürde freimachen würde. Auf der Unterseite bietet der 100-Tage-MA bei 4.345 USD unmittelbaren Schutz, bevor bei 4.255 USD am unteren Bollinger-Band eine stärkere strukturelle Unterstützung liegt, wo bei tieferen Rücksetzern Käufer wieder erwartet würden.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.