Norman Liebke von der Commerzbank hat seine Prognosen für die Gaspreise und die deutschen Strompreise angehoben. Als Gründe nennt er die angespanntere Lage bei den europäischen Gasspeichern, die stärkere Abhängigkeit von Flüssigerdgas (LNG) und strukturelle Einschränkungen bei den Exporten aus Katar. Zusätzliche Aufwärtsrisiken entstehen durch den ab 2027 geplanten Ausstieg aus russischem Gas. Zum Jahresende rechnet Liebke nun mit einem Gaspreis von 50 Euro je Megawattstunde und einem deutschen Strompreis von 110 Euro je Megawattstunde. Bis Ende 2027 dürfte sich die Lage lediglich teilweise entspannen.
„Wir haben unsere Prognosen für die Gas- und Strompreise nach oben korrigiert.“
„Wir erwarten nun, dass der Gaspreis zum Jahresende bei 50 Euro je Megawattstunde liegen wird (zuvor: 45 Euro), während unsere Prognose für Ende 2027 unverändert bei 40 Euro je Megawattstunde bleibt.“
„Darüber hinaus dürfte die LNG-Produktion Katars - und damit auch die Exporte - selbst nach einer dauerhaften Wiederöffnung der Straße von Hormus in den kommenden drei bis fünf Jahren um ein Fünftel eingeschränkt bleiben. Grund dafür ist die teilweise Zerstörung der katarischen LNG-Anlage Ras Laffan.“
„Ein weiteres Aufwärtsrisiko für die Preise ist der Ausstieg aus russischen Gasimporten, der im Januar beschlossen wurde und ab Anfang 2027 für LNG sowie ab Herbst 2027 für Pipelinegas in Kraft treten wird.“
„Dementsprechend haben wir auch unsere Prognose für den deutschen Strompreis für Lieferungen im kommenden Monat nach oben korrigiert.“