TradingKey – Am Montag setzten die internationalen Ölpreise ihren Aufwärtstrend fort, da der Markt weiterhin die Aussichten für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus und die Entwicklungen im Nahen Osten im Blick behielt. Da die Verhandlungen zwischen dem Iran und dem Oman über die Wiederaufnahme der Schifffahrt durch die Meerenge noch keine klaren Fortschritte erzielt haben, hielten die Sorgen des Marktes über Unsicherheiten bei der Rohölversorgung an.
Die Futures auf Rohöl der Sorte Brent ( UKOIL-F) stiegen um 2,65 % auf 84,38 US-Dollar pro Barrel; die Futures auf Rohöl der Sorte WTI ( USOIL-F) legten um 2,22 % auf 78,75 US-Dollar pro Barrel zu.


Quelle: TradingKey
Zuletzt stand die Straße von Hormus im Fokus des Marktes. Der Iran erklärte, dass die Verhandlungen mit dem Oman über die Einrichtung eines sicheren Schifffahrtswegs kurz vor einer Einigung stünden. Doch selbst wenn eine Vereinbarung erzielt werde, bedeute dies nicht, dass der normale Transit durch die Meerenge sofort wieder aufgenommen werde.
Durch die Straße von Hormus wird etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Erdgastransporte abgewickelt, weshalb die dortigen Schifffahrtsbedingungen ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der internationalen Ölpreise bleiben.
Hinsichtlich der Wiederöffnung der Meerenge gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen den Erklärungen der USA und des Irans.
US-Präsident Trump erklärte, die USA würden sich in der Iran-Frage „zurückhalten“ und beide Seiten befänden sich in einem Zustand von „Halbverhandlungen“. Er gab an, dass die USA die wirtschaftliche Lage des Irans genau beobachteten und die Ansicht verträten, dass wirtschaftlicher Druck derzeit ein entscheidender Faktor sei.
Trump sagte, die USA zögen es vor, weiterhin Druck mit wirtschaftlichen Mitteln auszuüben, anstatt groß angelegte militärische Aktionen wieder aufzunehmen. Zuvor hatten Berichte darauf hingedeutet, dass Trump eine neue Runde geplanter Militärschläge gegen den Iran mit der Begründung abgesagt hatte, es gebe noch Spielraum für Verhandlungen.
Der Iran wiederum erklärte, die im Juni dieses Jahres von beiden Seiten erzielte Verständigung über einen Waffenstillstand sei nicht wirksam umgesetzt worden, weshalb es derzeit keine Grundlage für eine Wiederaufnahme direkter Verhandlungen gebe.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, dass der Iran derzeit keine direkten Verhandlungen mit den USA führe und der Informationsaustausch zwischen beiden Seiten nach wie vor über Vermittler laufe.
Der Iran ist der Ansicht, dass die Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen erst dann erfüllt sind, wenn die USA aufhören, die vorherige Vereinbarung zu verletzen, und Abhilfemaßnahmen ergreifen. Er erklärte zudem, dass einige Vermittlerländer weiterhin darauf drängen, dass beide Seiten die Kommunikation wieder aufnehmen.
Medienberichten zufolge gehören zu den Bedingungen des Irans die Aufhebung der Seeblockade, die Lockerung der Sanktionen und Entschädigungen für Kriegsschäden. Ein Beamter des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Irans erklärte, dass die Straße von Hormus bis zur Erfüllung der entsprechenden Bedingungen geschlossen bleiben wird.
Unterdessen bleibt die Sicherheitslage in der Region instabil. Die jemenitischen Huthi-Rebellen erklärten, sie hätten Angriffe auf Raffinerieanlagen in der saudi-arabischen Region Jizan gestartet. Zudem wurde nahe der Straße von Hormus ein Tankschiff angegriffen, das von der Abu Dhabi National Oil Company betrieben wird. Am Markt wird befürchtet, dass diese Vorfälle Auswirkungen auf den Rohöltransport und die Schifffahrtslogistik haben könnten.
Westpac ist der Ansicht, dass im Nahen Osten weiterhin erhebliche Unsicherheit herrscht, während der Konflikt im Iran in seinen sechsten Monat geht. Das Institut erklärte, dass der normale Transit durch die Straße von Hormus noch nicht wieder aufgenommen wurde und die Angriffe der Huthis auf die Schifffahrt im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab auch alternative Transportrouten beeinträchtigen.
Derzeit sind die Kommunikationskanäle zwischen den USA und dem Iran nicht vollständig abgerissen, aber es bestehen weiterhin Meinungsverschiedenheiten über die Verhandlungsbedingungen und die Umsetzungsmodalitäten. Es bleibt ungewiss, wann der normale Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen wird, und es ist unwahrscheinlich, dass die Risiken für die Rohölversorgung kurzfristig vollständig ausgeräumt werden können.