Der Goldpreis (XAU/USD) springt am Mittwoch um über 1,50% an, durchbricht eine wichtige Widerstands-Trendlinie und erreicht ein neues Zwei-Wochen-Hoch, da der Greenback schwächer wird. Diese Kursbewegung bei Bullion erfolgt trotz der zunehmenden Spannungen und Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran. XAU/USD notiert bei 4.146 USD, nachdem es sich von einem Tagestief (LOD) bei 4.076 USD erholt hat.
Die Stimmung bleibt neutral, obwohl das gelbe Metall Rückenwind durch den Rückgang des US-Dollar-Index (DXY) erhält. Der DXY, der die Entwicklung der US-Währung gegenüber sechs anderen Währungen abbildet, fällt um 0,07% auf 101,12.
Es ist erwähnenswert, dass die Spannungen im anhaltenden Golfkrieg hoch bleiben, nachdem US-Präsident Donald Trump den Iran gewarnt hatte, dass die USA im Falle weiterer Angriffe auf Schiffe mit Angriffen auf Brücken oder Kraftwerke reagieren würden, einschließlich solcher in der Nähe der Hauptstadt des Landes.
Als die Nachricht bekannt wurde, stieg West Texas Intermediate (WTI), die US-Benchmark für Rohöl, um über 6% auf 86,80 USD pro Barrel. Überraschenderweise scheint sich die positive Korrelation zwischen Rohölpreisen und dem US-Dollar aufzulösen, da Letzterer Verluste verzeichnet.
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe steigt um fast drei Basispunkte auf 4,654%. Unterdessen preisten die Geldmärkte laut Prime Terminal-Daten eine Wahrscheinlichkeit von 65% ein, dass die Fed den Leitzins auf der Sitzung am 29. Juli unverändert lässt, nach 78% am Vortag.
Bullion-Käufer nutzten den Rücksetzer zum Einstieg und trieben den Goldpreis über 4.100 USD, was den Weg für weiteres Aufwärtspotenzial ebnet. Ein größer angelegter Krieg gegen den Iran könnte Anleger jedoch dazu veranlassen, Gewinne mitzunehmen, da höhere Energiepreise die Attraktivität des Dollars als sicherer Hafen erhöhen.
Der US-Außenminister Marco Rubio sagte, die USA seien bereit, über ein Ende des Konflikts zu verhandeln, fügte jedoch hinzu, dass Teheran nicht ernsthaft an Gesprächen interessiert sei.
In den USA stehen keine Wirtschaftsdaten an, doch Händler warten auf die Veröffentlichung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 18. Juli. Daneben bereiten sich Händler auch auf die S&P Flash PMIs und die geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve (Fed) in der kommenden Woche vor.
Gold erholt sich, durchbricht eine Abwärtstrend-Widerstandslinie und ebnet den Weg, die Marke von 4.200 USD zu testen. Das Momentum, gemessen am Relative Strength Index (RSI), hat sich bullisch gedreht. Daher könnte XAU/USD in naher Zukunft den 50-Tage-Simple Moving Average (SMA) bei 4.253 USD testen. Sobald diese Niveaus überwunden sind, liegen die nächsten Widerstände bei den wichtigen psychologischen Marken von 4.300 USD und 4.400 USD. Nach einem Durchbruch ist der nächste Halt der 200-Tage-SMA bei 4.496 USD.
Für eine bärische Trendwende muss Gold unter 4.100 USD fallen. Unterhalb dieses Bereichs liegt das Tagestief vom 21. Juli bei 3.999 USD, vor dem Tief vom 28. Oktober 2025 bei 3.886 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.