Silber (XAG/USD) notiert am Mittwoch mit moderaten Gewinnen, gestützt durch einen leichten Pullback beim US-Dollar (USD). Allerdings fehlt dem Metall ein starkes Aufwärtsmomentum, da Händler die durch Energie getriebenen Inflationsrisiken und deren Auswirkungen auf den Zinssausblick der Federal Reserve (Fed) abwägen.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert XAG/USD bei rund 59,90 USD, nachdem es im Tagesverlauf zuvor ein Zwei-Wochen-Hoch von 60,94 USD erreicht hatte.
Händler erwarten, dass die Fed die Geldpolitik länger restriktiv halten wird, und preisen mindestens eine Zinserhöhung in diesem Jahr ein. Höhere Kreditkosten belasten in der Regel zinslose Anlagen wie Silber.

Aus technischer Sicht haben die Silber-Bullen Schwierigkeiten, sich über der psychologischen Marke von 60,00 USD zu halten. Dennoch notiert XAG/USD über dem 20-Tage Simple Moving Average (SMA), dem mittleren Bollinger Band, nahe 58,86 USD, was darauf hindeutet, dass die Käufer weiterhin die Kontrolle behalten.
Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) ist leicht positiv und deutet auf eine leichte bullishe Tendenz im kurzfristigen Druck hin, während der Average Directional Index (ADX) bei 39 anzeigt, dass der zugrunde liegende Trend weiterhin recht stark ist, was den Spielraum für abrupte Umkehrungen begrenzt.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim Intraday-Hoch von 60,94 USD, gefolgt vom oberen Bollinger Band nahe 62,39 USD. Ein nachhaltiger Durchbruch über diesen Bereich könnte den Weg in Richtung der 70,00-USD-Marke ebnen.
Auf der Unterseite bietet der 20-Tage-SMA nahe 58,86 USD unmittelbare Unterstützung, gefolgt vom unteren Bollinger Band bei 55,34 USD. Ein tieferer Rückgang könnte die psychologische Marke von 50 USD freilegen.
Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.
Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.
Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.