West Texas Intermediate (WTI) – der Benchmark-Preis für US-Rohöl – hat Schwierigkeiten, nennenswerte Käufer anzuziehen, und verharrt nahe seinem niedrigsten Stand seit dem 17. April, der während der asiatischen Sitzung am frühen Freitag erreicht wurde. Der Rohstoff notiert derzeit im Bereich von 84,65 bis 84,70 USD und liegt damit 0,50 % im Minus für den Tag, zeigt jedoch angesichts der Unsicherheit über das US-Iran-Friedensabkommen keine klare bärische Überzeugung.
US-Präsident Donald Trump erklärte, dass eine Einigung mit Iran erzielt worden sei und das endgültige Dokument bald, möglicherweise sogar am Wochenende, unterzeichnet werden könnte, was am Donnerstag einen massiven Ausverkauf bei den Rohölpreisen auslöste. Iran entgegnete jedoch, dass noch keine endgültige Entscheidung über eine Vereinbarung getroffen worden sei. Hinzu kommt, dass iranische Streitkräfte einen Tanker ohne Koordination an der Durchfahrt durch die strategische Straße von Hormus hinderten, was geopolitische Risikoaufschläge aufrechterhält und als Rückenwind für die Rohölpreise wirkt.
Aus technischer Sicht bleibt die kurzfristige Tendenz bärisch, da der Rohstoff nun offenbar eine Akzeptanz unterhalb der horizontalen Unterstützung bei 85,00 USD gefunden hat, die mit dem 100-Tage Simple Moving Average (SMA) zusammenfällt. Der tägliche Relative Strength Index (RSI) liegt nahe 40 und deutet auf anhaltend schwaches Momentum hin, während der negative Moving Average Convergence Divergence (MACD) die Abwärtsneigung verstärkt. Dies hält den jüngsten Rücksetzer nach dem Scheitern, sich über der Marke von 90,00 USD zu halten, intakt.
Auf der Oberseite stellt der 100-Tage-SMA, der knapp über der Marke von 85,00 USD liegt, den ersten Widerstand dar, den die Bullen zurückerobern müssten, um den unmittelbaren Verkaufsdruck zu mildern und den Weg in Richtung der 90-USD-Region zu öffnen. Solange diese Barriere nicht auf Tagesbasis überwunden wird, dürften Aufwärtsbewegungen als Korrekturen innerhalb einer breiteren Konsolidierung betrachtet werden, wodurch WTI anfällig für weitere Rücksetzer in Richtung der jüngsten Tiefstände unterhalb von 80,00 USD bleibt.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.