Das Paar NZD/USD zieht im frühen europäischen Handel am Freitag einige Verkäufer an und fällt auf rund 0,5820. Der US-Dollar (USD) gewinnt gegenüber dem Neuseeländischen Dollar (NZD) aufgrund der heißen US-Erzeugerpreisindex (EPI)-Inflationsdaten leicht an Wert. Händler warten später am Freitag auf die vorläufigen Daten des Michigan Consumer Sentiment Index für Juni, um neue Impulse zu erhalten.
Die am Donnerstag vom US Bureau of Labor Statistics veröffentlichten Daten zeigten, dass die US-Erzeugerpreise im Mai stärker als erwartet gestiegen sind und das höchste Niveau seit November 2022 erreichten. Der US-Erzeugerpreisindex (EPI) stieg im Mai im Jahresvergleich um 6,5 %, nach 5,7 % im vorherigen Bericht, und lag damit über der Markterwartung von 6,4 %. Im Monatsvergleich stieg der EPI im Mai um 1,1 %, über dem Marktkonsens von 0,7 %.
„Die Fed verfehlt ihr Inflationsziel eindeutig deutlich stärker als ihr Beschäftigungsziel“, sagte John Ryding, Chefökonom bei Brean Capital. „Der EPI-Bericht sollte diejenigen im Offenmarktausschuss (FOMC) weiter bestärken, die denken, dass später im Jahr eine Zinserhöhung notwendig sein könnte“, fügte Ryding hinzu.
Eine hawkische Haltung der Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) könnte helfen, die Verluste des Kiwi zu begrenzen. RBNZ-Gouverneurin Anna Breman sagte, dass der Offizielle Leitzins (OCR) wahrscheinlich früher und stärker steigen wird als zuvor signalisiert, wobei sie auf inflationsbedingte Konflikte im Nahen Osten, schwächeres Wachstum und steigende Inputkosten in Neuseeland und bei dessen Handelspartnern verwies. Die Märkte haben den Zinserwartungsausblick für Neuseeland neu bewertet, wobei Händler nun mehrere Zinserhöhungen bis Anfang 2027 erwarten.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.