West Texas Intermediate (WTI) Rohöl verzeichnet am Donnerstag starke zweiseitige Preisschwankungen, da Händler die sich schnell ändernden US-Iran-Entwicklungen verfolgen. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Textes notiert WTI kaum verändert bei rund 88 USD pro Barrel, nachdem es ein Intraday-Hoch von 91,27 USD erreicht hatte.
Zu Beginn des Tages stiegen die Rohölpreise nach Berichten über neue Angriffe im Nahen Osten sprunghaft an, wobei die US-Streitkräfte iranische Militärstandorte angriffen und Iran behauptete, eine US-Luftbasis in der Golfregion ins Visier genommen zu haben. Die Gewinne kehrten jedoch schnell um, nachdem ein Bericht von Axios berichtete, dass die USA und Iran eine vorläufige Vereinbarung getroffen hätten, was WTI auf ein Intraday-Tief nahe 86,28 USD drückte.
Dem Bericht zufolge einigten sich die beiden Seiten auf ein 60-tägiges Memorandum of Understanding (MOU) zur Verlängerung des aktuellen Waffenstillstands, wobei die Vereinbarung noch auf die endgültige Genehmigung durch US-Präsident Donald Trump wartet.
Die jüngsten Entwicklungen weckten Hoffnungen, dass sich beide Seiten einer Einigung nähern könnten. Dennoch fielen die Rohölpreise nicht stark, da Händler auf weitere Details und die Bestätigung einer endgültigen Vereinbarung warteten, wodurch WTI nahe dem unteren Ende seiner jüngsten, kriegsbedingten Spanne gehandelt wurde.
Wesentliche Differenzen bleiben ebenfalls ungelöst, darunter Irans Nuklearprogramm und die Kontrolle über die wichtige Straße von Hormus. Am Mittwoch kündigte das US-Finanzministerium neue Iran-bezogene Sanktionen gegen die neu gegründete Persian Gulf Strait Authority an.
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte am Donnerstag, die USA „werden ein Mautsystem in Hormus nicht tolerieren“ und warnte, dass „alle willigen Partner bei der Mauterhebung in der Straße von Hormus bestraft werden.“
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.