Der Goldpreis (XAU/USD) notiert am frühen Donnerstag im asiatischen Handel unverändert um 4.455 USD. Das Edelmetall stabilisiert sich, da die US-iranischen Friedensverhandlungen mit Unsicherheiten konfrontiert sind. Händler ziehen es vor, vor der Veröffentlichung des US-Kernpreisindex für persönliche Konsumausgaben (Core PCE) am Donnerstag an der Seitenlinie zu bleiben.
US-Präsident Donald Trump sagte am Mittwoch, dass er sich nicht zu einem Deal drängen lassen werde und warnte, dass Irans Bemühungen, ihn zu überdauern, nicht funktionieren würden, weil ihm die "Zwischenwahlen egal sind." Trump erklärte weiter, dass die Straße von Hormus "für alle offen" sein werde und die USA "darauf achten werden", und fügte hinzu, dass diese Bedingungen Teil der Verhandlungen mit Iran seien.
Am Mittwoch sagte US-Außenminister Marco Rubio, dass die USA den Gesprächen mit Iran "jede Chance zum Erfolg geben" werden. Rubio fügte hinzu, dass die Gespräche mit Iran einige Fortschritte gemacht hätten. Trump bevorzugt Diplomatie, hat aber weitere Optionen, falls diese nicht funktionieren. Die Unsicherheit über den US-iranischen Friedensdeal und die wichtige Straße von Hormus könnte den Goldpreis kurzfristig belasten.
Alle Augen werden auf die Veröffentlichung der US-PCE-Inflationsdaten im Laufe des Tages gerichtet sein. Dieser Bericht könnte einige Hinweise auf den US-Zinspfad in diesem Jahr geben. Es wird erwartet, dass der headline PCE-Preisindex im April im Jahresvergleich um 3,8 % steigt, verglichen mit 3,5 % im März. Der Kern-PCE-Preisindex wird voraussichtlich im April um 3,3 % im Jahresvergleich zulegen, gegenüber 3,2 % zuvor.
Jegliche Anzeichen einer heißeren Inflation in den USA könnten die Erwartung einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) in diesem Jahr verstärken. Es ist erwähnenswert, dass Gold oft in Zeiten geopolitischer Unsicherheit genutzt wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.