Gold (XAU/USD) baut auf der über Nacht moderaten Erholung aus dem Bereich um 4.500 USD auf, einem frischen Monatstief, und gewinnt während der asiatischen Sitzung am Donnerstag etwas positive Zugkraft. Der US-Dollar (USD) tritt nach dem relativ hawkischen, von der Federal Reserve (Fed) inspirierten Anstieg am Mittwoch auf ein Zwei-einhalb-Wochen-Hoch in eine bullische Konsolidierungsphase ein und wird als Schlüsselfaktor gesehen, der dem Rohstoff Rückenwind verleiht.
Wie weithin erwartet, hielt die US-Zentralbank ihren Leitzins unverändert bei 3,50 %–3,75 %. Bemerkenswert ist, dass die Entscheidung die höchste Anzahl von Dissensstimmen seit 1992 verzeichnete, wobei drei Entscheidungsträger gegen den akkommodierenden Ton in der geldpolitischen Erklärung stimmten. In der Pressekonferenz nach der Sitzung stellte der scheidende Fed-Vorsitzende Jerome Powell klar, dass die Debatte die Neutralität des Tons betraf und nicht die Notwendigkeit einer Zinserhöhung. Die Händler reduzierten jedoch die Wetten auf eine weitere Lockerung durch die Fed im Jahr 2026 deutlich und preisen nun eine über 10%ige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bis zum Jahresende ein.
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der der kriegsbedingte Anstieg der Energiepreise inflationsbedingte Sorgen schürt, während die Friedensgespräche zwischen den USA und Iran ins Stocken geraten sind, was die USD-Bullen begünstigt. In der jüngsten Entwicklung rund um die Nahostkrise lehnte US-Präsident Donald Trump Irans neuen Vorschlag zur Beendigung des zweimonatigen Konflikts ab und bekräftigte, dass es keinen Friedensvertrag mit der Islamischen Republik geben werde, solange diese nicht zustimmt, ihr Atomprogramm aufzugeben. Trump fügte hinzu, dass die maritime Blockade iranischer Häfen zu den anhaltenden Störungen der Energieversorgung durch die Straße von Hormus beiträgt.
Dies könnte wiederum den Status des Greenbacks als Reservewährung weiterhin stützen und einen bedeutenden Anstieg des Goldpreises begrenzen. Dennoch scheint das XAU/USD-Paar nun eine dreitägige Verlustserie durchbrochen zu haben und handelt derzeit um die 4.580 USD-Marke, was einem Tagesplus von 0,75 % entspricht. Die Händler blicken nun auf den US-Wirtschaftskalender, der die Veröffentlichung des vorläufigen BIP-Berichts für das erste Quartal und des Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) vorsieht. Dies, zusammen mit den geldpolitischen Updates der Bank of England und der Europäischen Zentralbank, dürfte für etwas Volatilität sorgen.
Vor dem Hintergrund des jüngsten Scheiterns, sich über dem 200-Perioden Simple Moving Average (SMA) im 4-Stunden-Chart zu etablieren, begünstigt der nächtliche Bruch unter das 38,2%-Fibonacci-Retracement-Niveau des März-April-Anstiegs die XAU/USD-Bären.
Darüber hinaus bleiben die Momentum-Indikatoren fragil, wobei der Relative Strength Index (RSI) nahe 38 pendelt und die Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Linie weiterhin im negativen Bereich liegt. Dies deutet darauf hin, dass Erholungsversuche Schwierigkeiten haben könnten, solange der Goldpreis unter diesen Widerstandsniveaus gedeckelt bleibt.
Auf der Unterseite wird unmittelbare Unterstützung im 50,0%-Retracement-Bereich um 4.494,59 USD gesehen, gefolgt von tieferen Fibonacci-Niveaus bei 4.401,36 USD und 4.268,64 USD, wobei letztere ein breiteres korrektives Polster markieren, falls der Verkaufsdruck wieder zunimmt.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.