Der West Texas Intermediate (WTI)-Ölpreis setzt seine Gewinne am vierten Tag in Folge fort und wird während der asiatischen Handelszeiten am Donnerstag bei rund 105,70 USD pro Barrel gehandelt. Die Rohölpreise steigen aufgrund einer sich vertiefenden maritimen Blockade iranischer Häfen.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch laut Bloomberg, dass die maritime Blockade gegen Iran bestehen bleibt, bis eine Einigung mit Teheran über dessen Atomprogramm erzielt wird. Er wies Vorschläge zurück, die wichtige Schifffahrtsroute wieder zu öffnen, und argumentierte, dass wirtschaftlicher Druck wirksamer sei als militärische Angriffe.
Iranische Beamte warnten vor Vergeltungsmaßnahmen, falls die Blockade fortgesetzt wird, und beschuldigten Trump, Teheran durch wirtschaftlichen Zwang und interne Destabilisierungsversuche zur Einhaltung zwingen zu wollen.
Daten der US Energy Information Administration (EIA) zeigten, dass die Rohölbestände in der Woche bis zum 24. April um 6,233 Millionen Barrel stark zurückgingen und damit den vorherigen Anstieg um 1,925 Millionen Barrel umkehrten. Gleichzeitig stiegen die Ölexporte auf Rekordwerte von über 6 Millionen Barrel pro Tag, was auf eine Verknappung des globalen Angebots hindeutet.
Der kanadische Öl- und Gassektor zieht aufgrund der steigenden Spannungen im Nahen Osten erneut das Interesse globaler Energiekonzerne auf sich, da diese die Attraktivität für große Betreiber erhöhen. Der 16,4-Milliarden-Dollar-Kauf von ARC Resources durch Shell unterstreicht diesen Trend, während TotalEnergies und ConocoPhillips kanadische Wettbewerber zusammen mit Equinor und BP neu bewerten.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.