Gold (XAU/USD) steigt am Dienstag zum siebten Mal in Folge um mehr als 0,60 %, unterstützt durch zunehmende geopolitische Spannungen, die durch den Handelskrieg und die Drohungen einer möglichen Intervention im Devisenmarkt zur Stärkung des japanischen Yen ausgelöst wurden. XAU/USD handelt bei 5.091 USD, nachdem es von einem Tagestief von 4.990 USD abgeprallt ist.
Die Eskalation des Handelskriegs, nun zwischen den USA und Südkorea, wirkt sich auf die Finanzmärkte aus und erhöht die Attraktivität von Gold. Die Drohungen von US-Präsident Donald Trump, 25 % Zölle auf Waren aus Seoul zu erheben, drückten den Dollar und die Edelmetallpreise stiegen. Bisher sind die Goldpreise im laufenden Jahr (YTD) um 17,72 % gestiegen und zielen darauf ab, die Renditen von 2025 von fast 60 % zu übertreffen.
Die Risiken einer weiteren möglichen US-Regierungsstilllegung am 30. Januar tauchen auf, angesichts zunehmender innerstaatlicher Spannungen im Land.
Darüber hinaus haben Drohungen einer möglichen koordinierten Intervention auf den Devisenmärkten zur Stärkung des japanischen Yen den US-Dollar zum Fallen gebracht.
Wirtschaftsdaten aus den USA zeigen, dass die Verbraucher kurzfristig pessimistisch in Bezug auf Einkommen, Geschäft und die Beschäftigungssituation werden, so der Conference Board (CB).
Zusätzlich richten sich die Augen der Händler auf die geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch, gefolgt von der Pressekonferenz von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell. Außerdem könnte eine mögliche Ankündigung des Fed-Vorsitzenden durch US-Präsident Donald Trump bevorstehen.

Der Aufwärtstrend des Goldpreises bleibt bestehen und ist bereit, die 5.100 USD-Marke kurzfristig erneut zu testen. Das bullische Momentum bleibt stark, wie der Relative Strength Index (RSI) zeigt, und weiteres Aufwärtspotenzial ist zu sehen.
Die nächsten wichtigen Widerstandsniveaus wären 5.100 USD und das Rekordhoch von 5.111 USD. Bei weiterer Stärke liegen 5.150 USD und 5.200 USD darüber.
Umgekehrt könnte ein leicht hawkischer Ton von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell am Mittwoch eine massive Gewinnmitnahme auslösen und den Goldpreis nach unten drücken. In diesem Fall wäre die erste Unterstützung von XAU/USD bei 5.000 USD, gefolgt von 4.950 USD und 4.900 USD.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.