Der USD/CHF-Kurs gerät am Dienstag unter starken Verkaufsdruck und fällt um mehr als 1%, da die umfassende Schwäche des US-Dollars (USD) die Nachfrage nach dem Schweizer Franken (CHF) anheizt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt das Paar um 0,7666 und erreicht damit den niedrigsten Stand seit August 2011.
Der Schweizer Franken erhält Unterstützung durch seine sichere Hafenattraktivität, da Investoren zunehmend die Rolle des US-Dollars als dominierende Reservewährung in Frage stellen.
Das Vertrauen in US-Vermögenswerte wurde durch die disruptive Handelspolitik von Präsident Donald Trump, wiederholte Tarifdrohungen und erneute Bedenken hinsichtlich politischer Eingriffe in die Federal Reserve (Fed) erschüttert, was die Glaubwürdigkeit der Politik untergräbt und neue Narrative über "Sell America" und Währungsabwertung anheizt.
US-Präsident Donald Trump eskalierte am Montag die Handelsthematik und kündigte Pläne an, die Zölle auf Importe aus Südkorea von 15% auf 25% zu erhöhen. Trump erklärte, dass das südkoreanische Parlament es versäumt habe, ein im letzten Jahr erzieltes Handelsabkommen zu genehmigen, und warnte, dass höhere Zölle auf Autos, Holz und pharmazeutische Produkte erhoben werden würden.
Zusätzlich zu dem Druck haben Berichte über mögliche koordinierte Deviseninterventionen zur Unterstützung des japanischen Yen den Dollarverkauf beschleunigt und die Händler gezwungen, Long-USD-Positionen über alle Märkte hinweg abzubauen.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs Hauptwährungen verfolgt, fiel auf den niedrigsten Stand seit Februar 2022 und handelt nahe 96,20, was einem Rückgang von fast 0,87% an diesem Tag entspricht.
Die starke Aufwertung des Schweizer Frankens rückt auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) wieder in den Fokus, da eine übermäßige Stärke des CHF die exportabhängige Wirtschaft der Schweiz belasten und das Mandat der SNB zur Preisstabilität komplizieren kann.
Da die Schweiz bereits mit einem sehr niedrigen Inflationsumfeld zu kämpfen hat, besteht das Risiko, dass eine anhaltende Stärke des Frankens die Inflation weiter nach unten drückt. Vor diesem Hintergrund steigt das Risiko einer Intervention der SNB oder sogar einer möglichen Rückkehr zu negativen Zinssätzen.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed), die am Mittwoch ansteht. Während von der Zentralbank allgemein erwartet wird, dass die Zinsen unverändert bleiben, werden die Märkte die Äußerungen von Vorsitzendem Jerome Powell nach der Sitzung genau beobachten, um Hinweise auf die geldpolitischen Aussichten zu erhalten. Jede Änderung im Ton könnte die kurzfristigen Erwartungen an Zinssenkungen beeinflussen und die nächste Richtungsbewegung des US-Dollars prägen.
Die Schweizer ZEW-Umfrage – Erwartungen für Januar wird ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.