Der kanadische Dollar (CAD) erlebte am Dienstag einen starken Anstieg gegenüber dem US-Dollar (USD), obwohl er in den globalen Märkten überwiegend schwach war. Der Loonie und der Greenback befinden sich in einem Wettlauf nach unten, und der Greenback gewinnt eindeutig, da der USD im breiteren FX-Markt fällt und gegenüber allen wichtigen Gegenwährungen an Wert verliert.
Die Rohölpreise erlebten am Dienstag einen allgemeinen bullischen Anstieg, was den Loonie-Dollar-Märkten weiteren Auftrieb gab. Der CAD befindet sich nun auf einem Sechs-Monats-Hoch gegenüber dem US-Dollar, was den USD/CAD-Chart in den dritten Monat in Folge in beschleunigte Rückgänge drängt.
Der neu gefundene Bullenlauf des kanadischen Dollars, bedingt durch einen schwächelnden US-Dollar, hat den Loonie-Bullen viel Grund zur Freude gegeben. Der USD hat in den letzten sieben Handelstagen bis auf einen Tag flach oder niedriger gegenüber dem Loonie geschlossen und ist von Mitte Januar um 2,4% gefallen.
Momentum-Indikatoren warnen, dass es Raum für einen Rücksprung oder Pullback geben könnte, da der Stochastische Oszillator bereit ist, überverkaufte Bedingungen zu testen. Die Preisbewegung über der Marke von 1,3500 sieht sich auch einer Ansammlung von starken technischen Unterstützungsniveaus gegenüber, und charttechnische Reibung sollte kurzfristig erwartet werden.

Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.