Gold hält sich fest in der Nähe von Rekordhöhen angesichts von Handelskonflikten und geopolitischen Risiken

Quelle Fxstreet
  • Gold stabilisiert sich nach einem moderaten Pullback von Rekordhöhen.
  • Handelskonflikte, geopolitische Risiken und Ängste vor einer US-Regierungsstilllegung halten die Nachfrage nach sicheren Anlagen hoch.
  • Händler verzichten auf aggressive Wetten vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve.

Gold (XAU/USD) erholt sich am Dienstag und kommt nach einem moderaten Rückgang zurück, nachdem es am Montag ein neues Rekordhoch von 5.111 USD erreicht hat. Das Edelmetall bleibt durch eine starke Nachfrage nach sicheren Anlagen gestützt, da die Anleger angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen und breiterer wirtschaftlicher Unsicherheit vorsichtig bleiben.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels wird XAU/USD bei etwa 5.080 USD gehandelt und erholt sich von einem Intraday-Tief von etwa 4.990 USD.

Die Handelskonflikte stehen weiterhin im Mittelpunkt, da die Zollagenda von US-Präsident Donald Trump die Märkte erneut verunsichert. Trumps aggressive Handelspolitik und die wiederholte Nutzung von Zöllen als wirtschaftliche Waffe belasten den US-Dollar (USD).

Während die US-Aktienmärkte bisher widerstandsfähig geblieben sind, halten wachsende Bedenken über überbewertete Bewertungen die Anlegerstimmung fragil. Gleichzeitig nehmen die Ängste vor einer weiteren US-Regierungsstilllegung zu, da den Gesetzgebern eine Finanzierungsfrist bis zum 30. Januar bevorsteht. Vor diesem Hintergrund zieht das Edelmetall weiterhin defensive Zuflüsse an.

Das Metall hat jedoch Schwierigkeiten, starke Folgekäufe zu gewinnen, da die Händler zögern, frische Richtungswetten vor der Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch zu platzieren.

In der kommenden Woche ist der wirtschaftliche Kalender der USA am Dienstag relativ dünn, mit dem 4-Wochen-Durchschnitt der ADP-Beschäftigungsänderung, dem FHFA-Hauspreisindex und der Verbraucherumfrage des Conference Board, die zur Veröffentlichung anstehen.

Markttreiber: Zölle, Fed, Geopolitik im Fokus

  • US-Präsident Donald Trump kündigte am Montag an, die Zölle auf Importe aus Südkorea von 15 % auf 25 % zu erhöhen. In einem Beitrag in sozialen Medien machte Trump das südkoreanische Parlament dafür verantwortlich, dass ein im letzten Jahr erzielter Handelsvertrag nicht genehmigt wurde, und fügte hinzu, dass höhere Zölle auf Autos, Holz und Pharmazeutika angewendet werden würden.
  • Dieser Schritt folgte einer neuen Eskalation am Wochenende, als Trump warnte, er könnte umfassende Zölle von 100 % auf alle kanadischen Waren erheben, wenn Ottawa mit einem Handelsabkommen mit China fortfährt.
  • Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenbacks gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen verfolgt, handelt nahe den Viermonatstiefs bei etwa 96,88.
  • Die Führung der Fed steht ebenfalls im Fokus, da Präsident Trump in den kommenden Tagen seine Entscheidung über den nächsten Fed-Vorsitzenden bekannt geben soll. Die Märkte sind vorsichtig, dass Trumps Wahl die Zentralbank in eine eher dovishe Geldpolitik lenken könnte, nachdem er den aktuellen Vorsitzenden Jerome Powell wiederholt dafür kritisiert hat, die Zinsen nicht aggressiver zu senken.
  • Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind wieder aufgeflammt, nachdem Berichte über die Ankunft des US-Marineflugzeugträgers USS Abraham Lincoln und begleitender Kriegsschiffe im Nahen Osten aufgetaucht sind, was Bedenken über eine mögliche Eskalation mit dem Iran schürt. Iranische Beamte haben vor Vergeltungsmaßnahmen gewarnt, falls die USA militärische Maßnahmen ergreifen.
  • Im Hinblick auf die Geldpolitik rechnen die Märkte fest damit, dass die Fed die Zinsen am Mittwoch im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % unverändert lässt. Die Aufmerksamkeit wird stattdessen auf die Pressekonferenz von Vorsitzendem Jerome Powell nach der Sitzung gerichtet, um neue Hinweise auf den geldpolitischen Kurs zu erhalten, wobei die Händler derzeit mit etwa zwei Zinssenkungen später in diesem Jahr rechnen.

Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.

Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.

Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.

Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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