Die OPEC+ hat ihre Förderziele im Dezember deutlich verfehlt. Die Produktion lag um rund 720.000 Barrel pro Tag unter den vereinbarten Mengen, wobei Russland und Kasachstan den größten Anteil an der Abweichung hatten. Anhaltende Störungen, darunter ukrainische Drohnenangriffe auf zentrale Exportanlagen in Kasachstan, haben die Förderung spürbar gedämpft. Dadurch könnte das weltweite Ölüberangebot geringer ausfallen als bislang erwartet, schreibt Commerzbank-Rohstoffanalyst Carsten Fritsch.
„Laut dem OPEC-Monatsbericht lag die OPEC+-Ölproduktion im Dezember bei 42,83 Millionen Barrel pro Tag. Die an Förderquoten gebundenen Länder produzierten damit gut 720.000 Barrel pro Tag weniger als vereinbart. Eine Umfrage von S&P Global Energy kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Die größte negative Abweichung entfiel auf Russland.“
„Die Produktion in Kasachstan fiel erstmals seit einem Jahr unter das Zielniveau (ohne ausgleichende Kürzungen). Ursache war ein starker Rückgang der Ölförderung nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein wichtiges Exportterminal am Schwarzen Meer Ende November. Auch im Januar bleibt die Förderung in Kasachstan eingeschränkt.“
„Nach Angaben von Reuters lag die kasachische Ölproduktion in den ersten zwölf Tagen des laufenden Monats rund 35 Prozent unter dem Dezemberdurchschnitt. In dieser Woche wurden zudem drei Öltanker in der Nähe des genannten Exportterminals Ziel von Drohnenangriffen. Das Überangebot am Ölmarkt könnte daher geringer ausfallen als erwartet.“