West Texas Intermediate (WTI) setzt seine Erholung am Mittwoch fort und steigt am fünften Tag in Folge, da die eskalierenden Unruhen im Iran eine neue geopolitische Risikoprämie anheizen. Zum Zeitpunkt des Schreibens wird WTI bei etwa 61,50 USD pro Barrel gehandelt, dem höchsten Stand seit dem 27. Oktober, mit einem Preisanstieg von fast 5% in dieser Woche.
Die Märkte bleiben angespannt hinsichtlich möglicher Lieferunterbrechungen im Zuge landesweiter Proteste im Iran, die Ängste vor einer möglichen Beteiligung der Vereinigten Staaten (US) und das Risiko einer breiteren regionalen Instabilität neu entfacht haben.
Die Risiken einer möglichen militärischen Aktion der USA im Iran sind gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump am Dienstag in einem Beitrag auf Truth Social sagte: "Iranische Patrioten, WEITER PROTESTIEREN — ÜBERNEHMT EURE INSTITUTIONEN!!!… HILFE IST UNTERWEGS," und hinzufügte, dass alle Treffen mit iranischen Beamten bis zum Ende der Gewalt abgesagt sind. Trump hat zuvor angedeutet, dass militärische Maßnahmen eine Option bleiben, wenn Teheran seine Repression fortsetzt.
Die Märkte beobachten die weiteren Entwicklungen an der Iran-US-Front genau. Auf der Datenseite hat der neueste Bericht der US-Energieinformationsbehörde (EIA) wenig dazu beigetragen, das bullische Momentum zu dämpfen, obwohl er einen überraschenden Anstieg der Rohöllagerbestände um 3,391 Millionen Barrel zeigte, im Gegensatz zu den Erwartungen eines Rückgangs um 2,2 Millionen Barrel und nach dem Rückgang von 3,831 Millionen Barrel in der Vorwoche.
Der Kurzfristige Energieausblick der EIA, der am Dienstag veröffentlicht wurde, weist auf ein weicheres mittelfristiges Umfeld für Rohölpreise hin. Die Behörde sagte, sie erwarte, dass die globalen Ölpreise 2026 sinken, da die weltweite Produktion die Nachfrage übersteigt und die globalen Bestände steigen. Laut EIA wird erwartet, dass die Bestände bis 2027 weiter steigen, wenn auch in langsamerem Tempo.
Die EIA prognostiziert, dass Brent-Rohöl 2026 im Durchschnitt 56 USD pro Barrel kosten wird, was etwa 19% niedriger ist als 2025, bevor es weiter auf durchschnittlich 54 USD pro Barrel im Jahr 2027 sinkt.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.