NZD/USD ist in sechs aufeinanderfolgenden Sitzungen gefallen. Die Abwärtsbewegung begann am 8. September nahe 0,5900, durchbrach früh im Verlauf beide langfristigen Durchschnitte nahe 0,5850, und die letzten drei Sitzungen waren die stärksten der gesamten Bewegung. Das Paar notiert nach der Fed-Zinserhöhung am Mittwoch auf 3,75-4,00% knapp über 0,5700, und das Julitief nahe 0,5625 ist darunter die nächste relevante Marke. Der tägliche Momentum-Indikator liegt bei 8 und damit so niedrig wie seit Juli nicht mehr.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) erhöhte ihren Leitzins am 2. September auf 2,75%, ihre zweite Anhebung seit Juli, nachdem die Inflation im zweiten Quartal aufgrund der Kraftstoffpreise auf 4,1% gestiegen war. Sie sagte außerdem, der nächste Schritt werde im Oktober wahrscheinlich eine Pause und im Dezember eine weitere Anhebung sein. Das ist eine Zentralbank, die in dieselbe Richtung wie die Fed geht, nur von einem niedrigeren Ausgangsniveau aus, und die Spanne zwischen 2,75% und dem neuen Fed-Mittelwert von 3,875% beträgt mehr als einen Prozentpunkt. Auch die eigenen Prognosen der Fed helfen nicht: Sie hoben den US-Wachstumsausblick für dieses und nächstes Jahr an und strichen jede Zinssenkung aus 2027. Der Kiwi ist eine Währung, die steigt, wenn Anleger Risikobereitschaft zeigen, und an einem Tag, an dem die Fed sagte, das US-Wachstum sei stark und die Zinsen blieben hoch, taten sie das nicht.
Das BIP Neuseelands für das zweite Quartal wird am Mittwoch um 22:45 GMT veröffentlicht, und die Prognose liegt bei einem Wachstum von 0,1% gegenüber dem Vorquartal nach 0,8% im ersten Quartal, was einer Stagnation entspräche. Es ist auch die Art von Zahl, die darüber entscheidet, ob die Dezember-Anhebung der RBNZ weiterhin im Raum steht, sodass eine Enttäuschung sie weiter nach hinten verschiebt und eine positive Überraschung sie wieder näher rückt. Die Handelsdaten folgen am Donnerstag um 22:45 GMT. Das Paar ist in sechs Sitzungen in eine Zahl gefallen, die die gesamte Bewegung rechtfertigen könnte, nämlich die Marktbewertung einer Abschwächung, bevor die Statistiker sie bestätigen. Bei einem so stark ausgedehnten Momentum dürfte die Reaktion auf eine positive Überraschung schärfer ausfallen als die Reaktion auf eine Enttäuschung.
Widerstand: 0,5750, dann knapp unter 0,5800, dann der 50-Tage Exponential Moving Average (EMA) nahe 0,5850, den das Paar früh im Verlauf durchbrochen hat und seitdem nicht wieder erreicht hat.
Unterstützung: 0,5700, dem das Tagestief vom Mittwoch nur um wenige Pips nahe kam, dann das Julitief knapp über 0,5600.
Tendenz: Bärisch unter 0,5750. Das erste Ziel liegt bei 0,5700 und das zweite beim Julitief knapp über 0,5600. Der tägliche Stochastic Relative Strength Index (Stoch RSI), ein Momentum-Indikator, liegt bei 8 und damit tief im überverkauften Bereich, sodass eine Erholung in Richtung 0,5750 irgendwann wahrscheinlich ist und das Bild nicht verändern würde. Das bärische Szenario scheitert bei einem Tagesschluss über 0,5800.

Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.