USD/CHF legt den dritten Tag in Folge zu und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Freitag um 0,8140. Das Paar gewinnt an Wert, da der US-Dollar (USD) zulegt, während die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) im September steigen.
Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 72% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte in der kommenden Woche ein, ein deutlicher Anstieg gegenüber der zuvor vor der jüngsten Veröffentlichung der Daten zum Erzeugerpreisindex (EPI) verzeichneten Wahrscheinlichkeit von 61%. Anleger blicken zudem gespannt auf den bevorstehenden Bericht zum US-Verbraucherpreisindex, der diese Erwartungen an eine geldpolitische Straffung weiter untermauern könnte.
Das US Bureau of Labor Statistics meldete am Donnerstag, dass der Gesamt-EPI im August im Jahresvergleich um 5,4% gestiegen ist, nach einem Anstieg von 4,8% im Juli und damit über den Analystenschätzungen von 5,3%. Auf Monatsbasis entsprach der Gesamt-EPI mit einem Anstieg von 0,4% den Erwartungen, während der Kern-EPI um 0,2% zulegte und damit leicht schwächer als die ersten Schätzungen ausfiel.
Der Schweizer Franken (CHF) steht aufgrund einer sich ausweitenden Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und den Vereinigten Staaten (US) unter Abwärtsdruck. Während andere globale Zentralbanken verschiedene Straffungszyklen durchlaufen, wird weithin erwartet, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Leitzins bis zum Jahresende bei 0% belässt und damit weiterhin die niedrigsten Finanzierungskosten unter den großen Volkswirtschaften aufweist.
Allerdings dürfte jeder starke oder anhaltende Rückgang des Schweizer Franken (CHF) durch Verschiebungen an den breiteren globalen Devisenmärkten abgefedert werden. Eine Kombination aus hawkischer Haltung der Bank of Japan (BoJ) und gemeinsamen Yen-Kaufinterventionen von Washington und Tokio hat die Attraktivität des japanischen Yen (JPY) für Carry Trades verringert.
Infolgedessen verlagern Devisenhändler ihre Positionen aktiv aus dem Yen heraus und in alternative sichere Häfen hinein, wobei der Schweizer Franken als einer der Hauptprofiteure dieser Umschichtung hervorgeht.
Strategen der UOB Group halten an einer neutralen, auf Handelsspannen ausgerichteten Haltung für USD/CHF fest und weisen darauf hin, dass ihre "jüngste Einschätzung vom Montag (07 Sep, Spot bei 0,8100)" für den Dollar eine Spanne zwischen "0,8055 und 0,8155" vorgesehen habe. Sie bekräftigen nun, dass sie "weiterhin mit Handel innerhalb einer Spanne rechnen", halten jedoch "eine engere Spanne von 0,8060/0,8135 für ausreichend, um die Kursbewegungen des USD vorerst einzudämmen."
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.