USD/CAD verzeichnet am Donnerstag moderate Gewinne, da der US-Dollar (USD) nach einer leichten Erholung an Momentum verliert, obwohl die Daten zum US-Erzeugerpreisindex (EPI) zeigen, dass die Produzenteninflation im August erneut angezogen hat. Gleichzeitig bieten höhere Ölpreise dem Kanadischen Dollar (CAD) eine zugrunde liegende Unterstützung. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert das Paar bei rund 1,3815, nachdem es ein Intraday-Hoch von 1,3835 erreicht hatte.
Der US-Erzeugerpreisindex (EPI) stieg im August um 0,4% MoM und entsprach damit den Markterwartungen, nachdem er im Juli um 0,1% zugelegt hatte. Die jährliche Produzenteninflation kletterte auf 5,4% und lag damit leicht über der Prognose von 5,3% sowie über den zuvor 4,8%.
Der Kern-EPI, der die Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, stieg um 0,2% MoM und blieb damit unter den erwarteten und zuvor verzeichneten 0,3%. Auf Jahresbasis erhöhte sich die Kern-Produzenteninflation von 4,3% auf 4,6% und entsprach damit den Erwartungen.
Die EPI-Daten halten die Möglichkeit einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve (Fed) fest im Spiel. Laut dem CME FedWatch Tool preisen Händler derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 64% für eine Anhebung um 25 Basispunkte auf der Sitzung am 15.-16. September ein. Händler warten nun auf den Verbraucherpreisindex (VPI) vom Freitag, um ein klareres Signal dafür zu erhalten, ob eine Zinserhöhung in der kommenden Woche wahrscheinlich ist.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 98,96, nachdem er im Tagesverlauf ein Hoch von 99,20 erreicht hatte. Der Greenback erhält auch wenig Unterstützung von steigenden Renditen der US-Staatsanleihen. Die Benchmark-Rendite 10-jähriger Papiere notiert bei rund 4,92% und damit auf dem höchsten Stand seit November 2023.
West Texas Intermediate (WTI) wird bei rund 97,20 USD pro Barrel gehandelt und liegt damit seit Wochenbeginn um mehr als 8% im Plus. Der Kanadische Dollar reagiert empfindlich auf Bewegungen der Ölpreise, da Kanada ein bedeutender Rohölexporteur ist.
Analysten der National Bank of Canada weisen darauf hin, dass der Kanadische Dollar im bisherigen Verlauf des dritten Quartals "deutlich zugelegt hat, gestützt durch positive wirtschaftliche Überraschungen sowie festere Öl- und Goldpreise," wobei "USD/CAD kurzzeitig unter 1,38 gefallen ist." Sie warnen jedoch, dass "der Zusammenbruch der Handelsgespräche zwischen Kanada und den USA und der daraus resultierende Anstieg der Zölle die Abwärtsrisiken für das kanadische Wachstum erheblich erhöht haben," und argumentieren, dass diese Veränderung im Umfeld "kurzfristig Spielraum für einen Rückgang von USD/CAD in Richtung 1,40 lässt, bevor der Loonie seine Aufwertung wieder aufnimmt, vorausgesetzt, die Handelsgespräche zwischen Kanada und den USA führen letztlich zu einem günstigen Ergebnis."
NBC hebt zudem die geopolitischen Hintergründe der jüngsten Bewegung hervor und weist darauf hin, dass "mit den im August erneut aufflammenden Spannungen in der Straße von Hormus die marktimpliziten Wahrscheinlichkeiten für eine Rückkehr zur Normalität bis zum Jahresende unter 30% gefallen sind, nach zuvor mehr als 50%." Ihrer Ansicht nach "bleibt damit eine geopolitische Risikoprämie sowohl in Öl als auch in Gold eingepreist, was den Kanadischen Dollar stützt."
Inflationäre oder deflationäre Entwicklungen werden erfasst, indem regelmäßig die Preise eines repräsentativen Warenkorbs aus Gütern und Dienstleistungen zusammengezählt und im sogenannten Verbraucherpreisindex (VPI) dargestellt werden. Die entsprechenden VPI-Daten werden monatlich vom US-Arbeitsministerium erhoben und veröffentlicht. Der sogenannte MoM-Wert (Month-over-Month) zeigt dabei die Preisveränderung im Vergleich zum Vormonat. Der VPI ist ein zentraler Indikator zur Einschätzung der Inflationsrate und der Kaufkraftentwicklung. In der Regel wird ein hoher VPI-Wert als positiv (bullish) für den US-Dollar (USD) gewertet, während ein niedriger Wert als negativ (bärisch) gilt.
Mehr lesenNächste Veröffentlichung: Fr Sept. 11, 2026 12:30
Häufigkeit: Monatlich
Prognose: 0.4%
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Quelle: US Bureau of Labor Statistics
Die US-Notenbank (Fed) verfolgt ein doppeltes Mandat: die Sicherstellung von Preisstabilität und maximaler Beschäftigung. Gemäß diesem Auftrag sollte die Inflation bei etwa 2 % im Jahresvergleich liegen. Doch genau dieser Aspekt stellt seit der Pandemie – die die Weltwirtschaft nachhaltig beeinflusst – die größte Herausforderung für die Zentralbank dar. Der Preisdruck bleibt hoch, da anhaltende Lieferkettenprobleme und Engpässe die Teuerung weiter anheizen. Gleichzeitig verharrt der Verbraucherpreisindex (CPI) auf einem Mehrjahreshoch. Die Fed hat bereits erste Maßnahmen ergriffen, um die Inflation einzudämmen, und wird ihre restriktive Geldpolitik voraussichtlich auch in absehbarer Zukunft beibehalten.