Das Währungspaar AUD/JPY notiert am Dienstag während der frühen europäischen Handelsstunden im negativen Bereich um 110,75. Eine Reihe hawkischer Äußerungen von Entscheidungsträgern der Bank of Japan (BoJ) hat die Ansicht verfestigt, dass die BoJ in diesem Monat die Zinssätze anheben wird, was den japanischen Yen (JPY) gegenüber dem australischen Dollar (AUD) stützt.
BoJ-Vorstandsmitglied Hajime Takata sagte vergangene Woche, dass die Zentralbank einen aggressiveren Ansatz verfolgen könnte als erwartet. Er sagte, eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte sei „nicht unbedingt in Stein gemeißelt“, und generell seien auch aufeinanderfolgende Zinserhöhungen möglich.
Es wird erwartet, dass die japanische Zentralbank bei ihrer kommenden geldpolitischen Sitzung am 17. und 18. September ihren Leitzins um 25 Basispunkte (bps) auf 1,25 % anheben wird.
Analysten von MUFG heben hervor, dass die jüngste Tonänderung der BoJ durch das Vorstandsmitglied Hajime Takata unterstrichen wurde, der lokalen Wirtschaftsführern am 2. September sagte, die Bank müsse „Zinserhöhungen flexibel umsetzen“ und dürfe nicht „an bestimmten Intervallen oder Spannen gebunden sein, die von den Märkten erwartet werden“. MUFG merkt an, dass Takata zwar später die Aussicht auf einen größeren Schritt bei der kommenden Sitzung zurückwies, seine Äußerungen die Anleger jedoch dennoch dazu veranlasst hätten, nicht nur ein schnelleres Tempo der Straffung, sondern auch die Möglichkeit „größerer einzelner Schritte“ der BoJ in Betracht zu ziehen.
Im Tageschart bleibt AUD/JPY unter einem dichten Widerstandsband gefangen, wobei der Kurs unter dem 100-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) und sogar unter der unteren Bollinger-Band-Linie (20, 2) notiert, was den gedeckelten, bärischen kurzfristigen Ton bestätigt. Der Relative Strength Index (14) bei 32,65 liegt knapp über dem überverkauften Bereich und deutet darauf hin, dass das Abwärtsmomentum weiterhin dominiert, aber zunehmend ausgedehnt ist.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand beim Tief vom 10. August bei 111,63. Die entscheidende Hürde ist die Zone von 113,15-113,25, die dem 100-Tage-SMA und der Bollinger-Mittellinie entspricht. Darüber hinaus markiert das obere Bollinger-Band bei rund 115,35 eine weiter entfernte Barriere.
Auf der Unterseite fungiert die psychologische Marke von 110,00 als anfängliche Unterstützung für das Währungspaar. Weiter südlich liegt das nächste Abwärtsziel beim Tief vom 3. August bei 109,24.
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Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.