Das Währungspaar EUR/GBP verzeichnet in der frühen europäischen Sitzung am Freitag moderate Gewinne auf rund 0,8570. Das britische Pfund (GBP) gibt gegenüber dem Euro (EUR) nach enttäuschenden britischen Wirtschaftsdaten leicht nach. Händler warten auf die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (EMI) aus Deutschland, der Eurozone und dem Vereinigten Königreich (UK), um neue Impulse zu erhalten.
Die britischen Einzelhandelsumsätze fielen laut dem Office for National Statistics (ONS) am Freitag erstmals seit April, wobei das Gesamtvolumen der in Geschäften und online verkauften Waren im Juli um 0,5% MoM zurückging. Dieser Wert folgte auf einen Anstieg von 0,7% im Juni (revidiert von 1,0%). Die Marktkonsensschätzung hatte für den Berichtsmonat einen Rückgang um 0,5% erwartet.
Unterdessen stiegen die jährlichen Einzelhandelsumsätze im Vereinigten Königreich im Juli um 1,6% gegenüber einem Anstieg von 3,8% zuvor (revidiert von 4,2%) und damit schwächer als die erwarteten 2,2%. Die Kerneinzelhandelsumsätze, bei denen die Verkäufe von Kraftstoffen ausgeklammert werden, sanken im Juli um 0,9% MoM, gegenüber zuvor 0,9% (revidiert von 1,1%) und dem geschätzten Wert von -0,5%.
Das GBP zieht in einer unmittelbaren Reaktion auf die schwächeren britischen Einzelhandelsumsätze moderate Verkäufer an. Die Bank of England (BoE) dürfte die Zinssätze für den Rest des Jahres unverändert bei 3,75% belassen, wie eine deutliche Mehrheit der von Reuters befragten Ökonomen erwartet.
Andererseits preisen die Finanzmärkte inzwischen eine Fortsetzung des Zinserhöhungszyklus der Europäischen Zentralbank (EZB) ein. Das ECB Watch Tool signalisiert eine Wahrscheinlichkeit von 90% bis 94% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) auf 2,50% bei der nächsten geldpolitischen Sitzung am 9. September.
Analysten der Danske Bank weisen darauf hin, dass die jüngste Inflationsveröffentlichung in Verbindung mit den "schwachen Arbeitsmarktdaten von gestern" dazu beigetragen hat, die Markterwartungen für weitere Straffungen zu dämpfen. Sie betonen, dass die Kombination aus nachlassendem Preisdruck und sich verschlechternden Beschäftigungsindikatoren "die BoE-Bepreisung für den Rest des Jahres nach unten korrigiert hat", da Anleger die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen neu bewerten.
Im Tageschart behält EUR/GBP eine leicht bärische Tendenz bei, da es unter dem 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) bleibt. Der Kurs konsolidiert knapp oberhalb des mittleren Bollinger-Bands der 20-Periode, wobei das obere Band die jüngste Erholung begrenzt. Der Relative Strength Index (14) bei 54,33 liegt leicht über der neutralen Linie und deutet auf eine stabilisierende Dynamik hin, ist aber noch nicht stark genug, um die vorherrschenden Begrenzungen auf der Oberseite in Frage zu stellen.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand beim oberen Bollinger-Band um 0,8585, gefolgt vom 100-Tage-SMA bei 0,8615, der eine deutlichere Hürde für eine nachhaltige Erholung darstellt. Auf der Unterseite bietet das mittlere Bollinger-Band bei 0,8560 erste Unterstützung, vor dem unteren Band nahe 0,8535, dessen Bruch den Weg für tiefere Verluste erneut öffnen würde.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.