TradingKey — Nvidia (NVDA) hat jüngste Gerüchte ausdrücklich dementiert, wonach das Unternehmen plant, bis Ende des Jahres einen maßgeschneiderten KI-Chip für chinesische Kunden auf den Markt zu bringen.
Am 20. August US-Ostküstenzeit zitierte das Tech-Medienportal The Information zwei Nvidia-Mitarbeiter mit der Aussage, dass das Unternehmen plane, noch vor Jahresende eine kleine Tranche eines KI-Chips an chinesische Kunden auszuliefern. Der Chip basiert auf lizenzierter Groq-Technologie und ist eine Language Processing Unit (LPU), die in Kombination mit GPUs die Antwortgeschwindigkeiten von KI-Chatbots beschleunigen soll. Dem Bericht zufolge entsprechen die Spezifikationen den US-Exportkontrollbestimmungen, und mehrere Kunden haben bereits Bestellungen aufgegeben.

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Ein Nvidia-Sprecher erklärte dazu, dass der Bericht von The Information "falsch" sei, und betonte, dass das Unternehmen derzeit keine LPU-Verkäufe auf dem chinesischen Markt tätige und kein exklusiv für China vorgesehenes LPU-Produkt auf seiner Produkt-Roadmap stehe.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Nvidia Gerüchte über Produkte für den chinesischen Markt klargestellt hat. Im März dieses Jahres berichtete Reuters, dass Nvidia den Verkauf von Groq-Chips nach China vorbereite – ein Bericht, den Nvidia-CEO Jensen Huang anschließend als "völlig falsch" bezeichnete.
Bemerkenswert ist, dass Jensen Huang im Mai dieses Jahres öffentlich erklärte, dass das Unternehmen aufgrund der US-Exportbeschränkungen den Markt für fortschrittliche KI-Chips in China "weitgehend an Huawei abgetreten" habe. In einem Exklusivinterview mit CNBC räumte er offen ein: "Huawei ist sehr, sehr stark. Ihre heimischen Chipunternehmen und ihr Software-Ökosystem entwickeln sich sehr gut, weil wir diesen Markt geräumt haben."
Unterdessen wies das Unternehmen in seinem Bericht für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 sowie in seiner künftigen Prognose ausdrücklich darauf hin, dass Nvidia aufgrund des eskalierenden umfassenden US-Verbots für Hochleistungs-Rechenchips in seinen Finanzprognosen direkt von null erwarteten Einnahmen aus Rechenprodukten für Rechenzentren auf dem chinesischen Festland ausgeht.
Allerdings ist Nvidia auf dem chinesischen Markt nicht völlig abwesend. Im Mai dieses Jahres genehmigten die USA die Lieferung von H200-KI-Chips an ausgewählte chinesische Unternehmen, darunter Alibaba (BABA), Tencent und ByteDance. Laut der Financial Times haben ByteDance und Tencent in den letzten Wochen jeweils etwa 10.000 H200-Prozessoren erhalten, obwohl das Gesamtangebot weiterhin streng kontrolliert wird.