Das Paar EUR/USD handelt am Mittwoch in den frühen europäischen Handelsstunden im positiven Bereich nahe 1,1585. Der Euro (EUR) legt gegenüber dem US-Dollar (USD) zu, nachdem die deutsche ZEW-Umfrage die Prognosen übertroffen hat. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, wird später am Mittwoch sprechen.
Die Daten vom Dienstag zeigten, dass die deutsche ZEW-Umfrage - Konjunkturerwartungen im August bei 34,2 lag, nach zuvor 26,3 und damit besser als die Schätzungen von 30,00. Die ZEW-Umfrage - Lagebeurteilung verbessert sich im August auf -61,1, verglichen mit -77,6 im Juli, stärker als die erwarteten -68,8.
Die Finanzmärkte preisen nun eine Fortsetzung des EZB-Zinserhöhungszyklus ein. Das ECB Watch Tool signalisiert eine Wahrscheinlichkeit von 90% bis 94% für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) auf 2,50% bei der nächsten geldpolitischen Sitzung am 9. September.
Analysten bei MUFG stellen fest, dass die jüngste Verschiebung der Stimmung gegenüber dem US-Dollar, ausgelöst durch die Datenveröffentlichungen der vergangenen Woche, die "dazu beigetragen haben, die Erwartungen an Zinserhöhungen der Fed zu dämpfen," bislang keine nennenswerte Liquidierung von Long-Dollar-Positionen ausgelöst hat. Sie weisen darauf hin, dass der "DXY weiterhin oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts bei 99,185 unterstützt bleibt," was unterstreicht, dass der schwächere geldpolitische Ausblick nicht in "einen größeren Ausverkauf" im Dollar-Index gemündet ist.
Im Tageschart behält EUR/USD kurzfristig eine bullische Tendenz bei, da der Spotkurs weiterhin über dem 100-Tage-Durchschnitt (MA) und dem mittleren Bollinger Band liegt, was nach der Erholung vom unteren Band bei rund 1,1364 auf einen konstruktiven zugrunde liegenden Trend hindeutet. Das Momentum stützt diese Einschätzung, wobei der Relative Strength Index (14) bei 63,8 liegt und darauf hindeutet, dass die Käufer die Kontrolle behalten, sich aber eher dem überkauften Bereich nähern, als diesen klar zu erreichen.
Auf der Oberseite bildet das Hoch vom 17. August bei 1,1614 den ersten Widerstand. Die nächste Hürde liegt beim oberen Bollinger Band nahe 1,1650, wo die Aufwärtsversuche ins Stocken geraten könnten.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim 100-Tage-MA bei 1,1570, gefolgt vom mittleren Bollinger Band bei 1,1505. Tiefere Pullbacks würden auf den jüngsten Boden beim unteren Bollinger Band um 1,1365 blicken, um den breiteren Aufwärtstrend zu bewahren.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.