USD/CAD weitet seine Verluste am dritten Handelstag in Folge aus und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Montag um 1,3870. Das Paar wertet ab, da der US-Dollar (USD) angesichts schwächer als erwartet ausgefallener US-Wirtschaftsdaten und sich verschiebender Erwartungen an die Zentralbanken nachgibt.
Das US Census Bureau berichtete am Freitag, dass die Einzelhandelsumsätze im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,6 % gefallen sind, nach einem Anstieg um 0,2 % im Juni, und damit unter der Markterwartung eines Wachstums von 0,1 % lagen. Auf Jahresbasis stiegen die Einzelhandelsumsätze im Juli um 5,0 % gegenüber 6,8 % im Vormonat.
Händler haben ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Federal Reserve nach einer Reihe schwächerer US-Daten, darunter CPI, PPI und Einzelhandelsumsätze, zurückgefahren. Laut dem CME FedWatch-Tool preisen die Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von 33,1 % für eine Zinserhöhung im nächsten Monat ein, nach 44 % in der Vorwoche.
Das Währungspaar USD/CAD steht unter Druck, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) durch höhere Ölpreise Unterstützung erhält. Der Ölpreis für West Texas Intermediate (WTI) legt den zweiten Tag in Folge zu und notiert zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bei rund 81,80 USD pro Barrel. Die Rohölpreise steigen, da die erhöhten Spannungen im Nahen Osten die Märkte vor weiteren Versorgungsunterbrechungen warnen ließen. Über das Wochenende startete Israel neue Angriffe auf den Libanon, bei denen 11 Menschen getötet wurden, darunter ein hochrangiger Hisbollah-Kommandeur.
Commerzbank warnt, dass die Produktionsstörungen im Golf das globale Gleichgewicht spürbar verknappen, wobei ihre Analysten schätzen, dass „aufgrund erheblicher Produktionsverluste in der Golfregion das Gesamtangebot um 4,3 Millionen Barrel pro Tag sinken dürfte, was bedeutet, dass der Ölmarkt in diesem Jahr deutlich unterversorgt sein wird“. Unter Verweis auf die jüngsten Prognosen der IEA merkt die Bank an, dass „das Angebotsdefizit im dritten Quartal bei 1,8 Millionen Barrel pro Tag liegt. Das sind 1 Million Barrel pro Tag mehr als zuvor erwartet“, was unterstreicht, wie schnell sich das wahrgenommene Defizit ausgeweitet hat.
Unterdessen bereitet US-Präsident Donald Trump neue Wirtschaftssanktionen vor, die darauf abzielen, den Iran zur Kapitulation zu zwingen, während der Druck auf seine Regierung wächst, die militärische Kampagne zu beenden. Die Lage bleibt fragil, da das vorläufige Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran im Laufe des Tages offiziell auslaufen soll, während die Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus festgefahren bleiben.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.