Die EUR/USD-Paarung hat es schwer, nennenswerte Kursgewinne zu erzielen, und hält sich während des asiatischen Handels am Mittwoch stabil um die Mitte der 1,1500er-Marke innerhalb einer vertrauten Spanne, die in der vergangenen Woche oder so gehalten wurde. Händler warten gespannt auf die Veröffentlichung der wichtigen US-Inflationsdaten und weitere Entwicklungen rund um die Krise im Nahen Osten, bevor sie neue Richtungswetten eingehen.
Der entscheidende US-Verbraucherpreisindex (VPI), der später heute ansteht, sowie der Erzeugerpreisindex (EPI) am Donnerstag werden auf neue Hinweise zum künftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hin untersucht werden. Der Ausblick wiederum wird kurzfristig eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Nachfrage nach dem US-Dollar (USD) spielen und dem Paar EUR/USD einen gewissen Impuls verleihen. In der Zwischenzeit halten durch Öl getriebene Inflationsängste Wetten auf eine Zinserhöhung der Fed auf dem Tisch, stützen den Dollar und begrenzen das Währungspaar.
Die Rohölpreise schossen am Dienstag auf ein Eineinhalb-Wochen-Hoch, nachdem ein Berater des iranischen Obersten Führers, Mojtaba Khamenei, erklärt hatte, dass die Straße von Hormus erst geöffnet werde, wenn die USA Teherans Forderungen erfüllt hätten. Hinzu kam, dass die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen ihre Angriffe auf Schiffe im Roten Meer und im Bab al-Mandab eskalierten und dabei insbesondere Schiffe mit Bezug zu Saudi-Arabien ins Visier nahmen. Dies führte zu höheren Kriegsrisikoprämien und wirkte als Rückenwind für die Rohölpreise und den sicheren Hafen Greenback.
Anleger bleiben besorgt, dass höhere Energiepreise den Inflationsdruck neu entfachen und große Zentralbanken, einschließlich der Fed, zu einer hawkischeren Haltung zwingen werden. Laut dem FedWatch Tool der CME Group preisen Händler eine höhere Wahrscheinlichkeit ein, dass die US-Notenbank die Kreditkosten bis zum Jahresende anheben wird. Diese Erwartungen stützen weiterhin die erhöhten Renditen von US-Staatsanleihen, was den USD-Bullen zugutekommt und den Aufwärtstrend des Paares EUR/USD auf nennenswerte Weise begrenzen dürfte.
Händler werden am Mittwoch zudem weitere Hinweise vom Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI) Deutschlands für Juli erhalten, obwohl das Paar EUR/USD weiterhin den Kursdynamiken des USD ausgeliefert bleibt.
Die EUR/USD-Paarung bleibt unter dem 100-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 1,1567 und dem 50,0%-Fibonacci-Retracement des Rückgangs von Mai bis Juni bei 1,1562 gedeckelt. Dies deutet darauf hin, dass Aufwärtsversuche anfällig bleiben, solange diese Niveaus den Anstieg begrenzen. Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 38,2%-Fibo.-Retracement bei 1,1506, vor dem 23,6%-Retracement bei 1,1437, wo Käufer versuchen könnten, die Kassakurse zu stabilisieren.
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Inflation misst die Preissteigerung eines repräsentativen Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen. Der Anstieg wird in der Regel als prozentuale Veränderung zum Vorjahresmonat oder Vorquartal ausgewiesen. Die Kerninflation, die volatile Güter wie Lebensmittel und Energie ausschließt, ist der Maßstab, an dem sich Zentralbanken orientieren, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Der Verbraucherpreisindex (CPI) misst die Preisentwicklung eines Warenkorbs von Gütern und Dienstleistungen über einen bestimmten Zeitraum. Er wird in der Regel als prozentuale Veränderung im Vergleich zum Vormonat (MoM) und zum Vorjahresmonat (YoY) ausgedrückt. Der Kern-CPI, der volatile Komponenten wie Lebensmittel und Energie ausschließt, steht im Fokus der Zentralbanken. Wenn der Kern-CPI über 2 % steigt, führt dies in der Regel zu Zinserhöhungen, und umgekehrt, wenn er unter 2 % fällt. Höhere Zinssätze sind in der Regel positiv für eine Währung, da sie zu Kapitalzuflüssen führen.
Entgegen der Intuition kann hohe Inflation den Wert einer Währung steigern, da Zentralbanken in der Regel die Zinsen erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen. Dies lockt internationale Investoren an, die von höheren Renditen profitieren möchten.
Gold galt lange als sicherer Hafen in Zeiten hoher Inflation, da es seinen Wert behielt. In jüngerer Zeit hat sich dies jedoch verändert. Zwar wird Gold in Krisenzeiten nach wie vor als sicherer Hafen genutzt, doch hohe Inflation führt oft dazu, dass Zentralbanken die Zinssätze anheben. Dies belastet Gold, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold im Vergleich zu zinsbringenden Anlagen erhöhen. Niedrigere Zinsen hingegen machen Gold wieder attraktiver.