Das Pfund Sterling hält sich während der nordamerikanischen Sitzung am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar behauptet, nachdem US-Arbeitsmarktdaten die These untermauern, dass der Arbeitsmarkt vor dem Nonfarm Payrolls-Bericht am Freitag solide bleibt. GBP/USD handelt bei 1,3466, nachdem es von den Tagestiefs bei 1,3404 abgeprallt ist.
Das US-Arbeitsministerium berichtete, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 1. August bei 199K lagen und damit über dem Wert der Vorwoche, aber unter den Schätzungen von 202K, womit ein Zweijahrestief erreicht wurde. Zuvor zeigten die Challenger-Stellenstreichungen, dass die geplanten Entlassungen im Juli um 27% auf 33.429K zurückgingen, den niedrigsten Stand seit Juli 2024.
Daher deuten die im Tagesverlauf veröffentlichten US-Wirtschaftsdaten darauf hin, dass die Federal Reserve weiterhin laserfokussiert auf die Bekämpfung der hohen Inflation bleiben könnte, die bislang seit 5 Jahren über dem 2%-Ziel liegt.
Der Blick richtet sich auf die Nonfarm Payrolls, für die ein Wert von 80K erwartet wird, fast doppelt so hoch wie die Juni-Zahl. Daneben wird erwartet, dass die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,2% bleibt, unter dem Fed-Ziel von 4,5% gegen Ende 2026.
Unterdessen dürfte die Geopolitik die Märkte weiterhin antreiben, da ein mögliches Abkommen zwischen Iran und Oman die Straße von Hormus wieder öffnen könnte. Dennoch berichtete ein iranischer Journalist, dass der vermittelnde Kontakt zwischen den USA und Iran falsch sei und dass die iranisch-omanischen Verhandlungen die Regeln für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus festlegen.
Kürzlich waren Details des Iran-Oman-Abkommens durchgesickert, und laut dem Entwurf sollen Schiffe der USA, Israels und feindlicher Länder durch Hormus verboten werden.
In Großbritannien stieg der S&P Global Construction PMI im vergangenen Monat auf 44,7 von 38,4 im Juni und zeigte damit trotz der anhaltenden Abschwächung im Sektor eine Verbesserung, da die Bauunternehmen seit der Zeit vor dem Krieg im Nahen Osten optimistischer wurden.
Im Tages-Chart handelt GBP/USD bei 1,3458 und behält damit kurzfristig einen leicht bullishen Bias bei, da der Spotkurs über der zurückeroberten fallenden Trendlinie um 1,3441 und den gebündelten 50/100/200-Tage Simple Moving Averages (SMA) nahe 1,3365 bleibt. Der Kurs liegt zudem komfortabel über der höheren steigenden Trendunterstützung von 1,3140 um 1,3316, während der Relative Strength Index (RSI) bei 56,7 über der neutralen 50er-Linie bleibt und damit darauf hindeutet, dass das Aufwärtsmomentum weiterhin konstruktiv ist, wenn auch nicht überdehnt.
Auf der Oberseite ergibt sich der erste Widerstand an der fallenden Trendlinie von 1,3653, die nun nahe 1,3523 verläuft, vor der höheren aufwärts geneigten Trendbarriere um 1,3554, wo der Kaufdruck nachlassen könnte. Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung bei der ehemaligen Widerstandstrendlinie, die nun als Boden um 1,3441 dient, gefolgt von der SMA-Clusterzone nahe 1,3365 und dann der tieferen steigenden Trendunterstützung um 1,3316, wo die Bullen voraussichtlich die breitere konstruktive Struktur verteidigen würden.
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Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.