Die indische Rupie (INR) baut ihre einwöchige Rallye gegenüber dem US-Dollar (USD) am Freitag aus. Das Paar USD/INR fällt auf ein frisches Mehr als Zwei-Wochen-Tief nahe 95,30 aufgrund des nächtlichen Einbruchs des US-Dollars angesichts wachsender Zweifel daran, ob die Federal Reserve (Fed) ernsthaft entschlossen ist, die Inflation in den Vereinigten Staaten (US) zu senken.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen abbildet, 0,27% höher nahe 100,23; am Donnerstag fiel er jedoch um fast 0,9% auf nahe 99,86.
Laut Analysten von ING lautet die Schlussfolgerung angesichts der Marktreaktion [auf die Pressekonferenz der Fed]: „Die Fed wird im Kampf gegen die Inflation nicht so hart vorgehen wie zunächst angenommen.“
Auf der geldpolitischen Sitzung hielt Fed-Chef Kevin Warsh an der Rhetorik fest und verweigerte eine sogenannte „Forward Guidance“ zu den Zinssätzen. Warsh sagte jedoch, dass die Zentralbank die notwendigen geldpolitischen Anpassungen vornehmen werde, um die hohe Inflation zu bekämpfen. „Der Ausschuss bleibt entschlossen, Preisstabilität zu gewährleisten, und wir werden nicht zögern zu handeln“, sagte Warsh.
Die Ölpreise bleiben aufgrund des anhaltenden Schlagabtauschs zwischen den USA und Iran erhöht und dürften das Aufwärtspotenzial der indischen Rupie begrenzen.
Der Krieg zwischen beiden Nationen dürfte sich so bald nicht beruhigen, da Iran weiterhin die Anerkennung seiner Autorität über die Straße von Hormus fordert. Unterdessen verschärfen auch die Absichten der mit Iran verbündeten Huthi, die Bab-el-Mandeb-Straße zu monetarisieren, eine wichtige Verbindung zwischen dem südlichen Roten Meer und dem Golf von Aden, die Spannungen im Nahen Osten.
Währungen von Volkswirtschaften wie Indien, die stark auf Ölimporte zur Deckung ihres Energiebedarfs angewiesen sind, neigen in einem Umfeld hoher Ölpreise dazu, sich schwächer zu entwickeln.
In den kommenden Tagen wird der wichtigste Impuls für die indische Währung die geldpolitische Ankündigung der Reserve Bank of India am 5. August sein.
Analysten der Commerzbank erwarten, dass die Reserve Bank of India bei ihrer bevorstehenden Sitzung an ihrem unveränderten geldpolitischen Kurs festhält, und weisen darauf hin, dass die RBI "erwartet wird, den Leitzins für das Repurchase-Geschäft bei ihrer nächsten Sitzung am 5. August unverändert bei 5,25 % zu belassen." Sie räumen ein, dass "die Inflationsrisiken aufgrund höherer globaler Rohstoffpreise und einer schwächeren Monsunsaison weiterhin nach oben gerichtet bleiben," weisen jedoch darauf hin, dass der jüngste CPI-Wert für Juni "um 4,4 % im Jahresvergleich gestiegen ist, was innerhalb der Zielspanne der RBI von 2-6 % lag," was das Argument für eine Fortsetzung der Politik untermauert.

USD/INR setzt den Rückgang am Freitag in Richtung 95,30 fort und behält damit einen kurzfristig bärischen Ton bei, da das Paar unter dem 20-Tage Exponential Moving Average (EMA) bei 95,81 bleibt.
Die Unfähigkeit des Paares, diesen dynamischen Widerstand zurückzuerobern, deutet darauf hin, dass Aufwärtsbewegungen vorerst begrenzt bleiben, während der Relative Strength Index (RSI) nahe 44 auf ein nachlassendes Momentum nach dem jüngsten Anstieg hindeutet und das Risiko einer weiteren Konsolidierung oder von Abwärtsbewegungen verstärkt.
Auf der Oberseite wird der erste Widerstand durch den 20-Tage-EMA um 95,81 definiert, und ein täglicher Schlusskurs über dieser Barriere wäre erforderlich, um die 96,00-Marke zurückzuerobern. Auf der Unterseite dürfte das Paar den Rückgang in Richtung des Tiefs vom 7. Juli bei 94,80 fortsetzen.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.
Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.
Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.
Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.