Die indische Rupie (INR) eröffnet am Donnerstag gegenüber dem US-Dollar (USD) leicht höher, nachdem die Reserve Bank of India (RBI) möglicherweise in den Spot- und Non-Deliverable-Forwards-(NDF)-Märkten interveniert hat, um die Währung zu stützen. Das Paar USD/INR gibt auf nahe 96,47 nach, liegt damit aber weiterhin nahe seinem am Montag erreichten Zweimonatshoch von 96,75.
Laut einem Reuters-Bericht hat die RBI am Donnerstag wahrscheinlich am Devisenmarkt interveniert, um die Verluste der INR zu begrenzen, da ein unaufhaltsamer Anstieg der Ölpreise den Rückgang der südasiatischen Einheit in Richtung Rekordtiefs weiter verschärfte.
Die indische Zentralbank dürfte in den vergangenen Wochen mehrfach eingegriffen haben, da die asiatische Währung angesichts höherer Ölpreise und der anhaltenden Abflüsse ausländischer Mittel vom indischen Aktienmarkt deutlich schwächer abgeschnitten hat.
Die Erholung der indischen Rupie am Donnerstag dürfte sich als nur von kurzer Dauer erweisen, da verschärfte Risiken für die Energieversorgung im Nahen Osten die Ölpreise antreiben.
Im frühen Handel notiert der am 19. August auslaufende MCX-Rohölkontrakt 1,75% höher bei rund Rs. 8.570, dem höchsten Stand seit über sechs Wochen.
Währungen von Volkswirtschaften wie Indien, die zur Deckung ihres Energiebedarfs stark auf Ölimporte angewiesen sind, tendieren in einem Umfeld hoher Ölpreise zu einer schwächeren Entwicklung.
Bereits zuvor hatten die mit dem Iran verbündeten Houthi-Rebellen im Jemen am Mittwoch zwei saudische Öltanker im Roten Meer mit Raketen und Drohnen angegriffen – einer davon wurde als Encelia genannt – im Rahmen einer Seeblockade gegen das Königreich inmitten des US-Iran-Kriegs, berichtete The Guardian.
Angesichts der stark steigenden Energiepreise scheint unter Foreign Institutional Investors (FIIs) eine gewisse Vorsicht gegenüber dem indischen Aktienmarkt zu herrschen. Am Mittwoch erwiesen sich FIIs als Nettoverkäufer und trennten sich von Beteiligungen im Wert von Rs. 819,20 crore.
Bisher sind ausländische Investoren in diesem Monat insgesamt Nettoverkäufer geblieben und haben Beteiligungen im Wert von Rs. 4836,95 crore reduziert.

USD/INR wird in der Eröffnungssitzung leicht niedriger bei rund 96,53 gehandelt, behält jedoch einen bullischen kurzfristigen Bias bei, da es über dem exponentiellen gleitenden 20-Perioden-Durchschnitt (EMA) bei 95,8764 notiert.
Der Relative Strength Index (RSI) bei 64,10 bleibt im positiven Bereich, liegt aber unter den überkauften Niveaus, was auf ein solides Aufwärtsmomentum hindeutet, ohne bislang eine Erschöpfung zu signalisieren.
Auf der Unterseite liegt die unmittelbare Unterstützung beim 20-Perioden-EMA bei 95,88, was die breitere konstruktive Struktur untermauert, solange sie intakt bleibt. Nach oben ist das Allzeithoch bei rund 97,10 der wichtigste Widerstand.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Die indische Rupie wird stark von externen Faktoren wie dem Ölpreis, der Entwicklung des US-Dollars und dem Ausmaß der ausländischen Investitionen beeinflusst. Interventionen der Reserve Bank of India (RBI) können den Wechselkurs stabilisieren.
Die Reserve Bank of India (RBI) greift aktiv in den Devisenmarkt ein, um den Wechselkurs stabil zu halten und den Handel zu erleichtern. Gleichzeitig versucht sie, die Inflation durch Zinssatzanpassungen bei ihrem Zielwert von 4 % zu stabilisieren. Höhere Zinssätze stärken in der Regel die indische Rupie (INR), da sie das Land für ausländische Investoren attraktiver machen.
Makroökonomische Faktoren wie Inflation, Zinssätze, das Wirtschaftswachstum (BIP), die Handelsbilanz und ausländische Kapitalzuflüsse haben einen direkten Einfluss auf den Wert der indischen Rupie. Ein starkes Wirtschaftswachstum zieht vermehrt internationale Investoren an, was die Nachfrage nach der Rupie steigert. Auch eine weniger negative Handelsbilanz wirkt sich langfristig positiv auf die Währung aus. Besonders höhere Zinssätze – und hier vor allem die Realzinsen, also Zinssätze abzüglich der Inflation – können die Rupie stützen, da sie Indien für ausländische Investoren attraktiver machen. Ein "Risk-on"-Marktumfeld fördert zudem die Zuflüsse von Direkt- und Portfolioinvestitionen (FDI und FII), was ebenfalls die Rupie stärkt.
Eine steigende Inflation, vor allem im Vergleich zu den Handelspartnern Indiens, wirkt sich in der Regel negativ auf die Rupie aus, da dies eine Abwertung durch Überangebot signalisiert. Zudem verteuert Inflation die Exporte, was zu einem verstärkten Verkauf von Rupien führt, um ausländische Importe zu finanzieren – ein negativer Faktor für die Währung. Gleichzeitig reagiert die indische Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) häufig mit Zinserhöhungen auf steigende Inflation, was wiederum die Attraktivität der Rupie für internationale Investoren erhöht und den Kurs stabilisieren kann. Der gegenteilige Effekt tritt bei niedriger Inflation ein.