USD/CAD gibt nach zwei Tagen mit Gewinnen nach und handelt am frühen Mittwoch im europäischen Handel bei rund 1,4100. Das Paar verliert an Boden, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) durch höhere Ölpreise Unterstützung erhält.
Der Preis für West Texas Intermediate (WTI)-Öl legt den zweiten Tag in Folge zu und notiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 86,00 USD pro Barrel. Die Rohölpreise steigen, da sich die Angebotsrisiken entlang mehrerer wichtiger Exportrouten verschärft haben und weit über den Nahen Osten hinausreichen.
US-Präsident Donald Trump spielte die Wahrscheinlichkeit unmittelbarer Verhandlungen mit Teheran herunter und versprach zu reagieren, falls die Huthi-Milizen die Wasserstraße beeinträchtigen sollten, ohne jedoch konkrete Maßnahmen zu nennen. Als Reaktion darauf erklärte Irans oberstes Militärkommando über die Nachrichtenagentur Xinhua, dass Teheran seine Angriffe ausweiten werde, um US- und verbündete Vermögenswerte in der gesamten Region ins Visier zu nehmen, falls die USA iranische Nuklearanlagen angreifen.
Das USD/CAD-Paar hält sich, während der US-Dollar (USD) trotz wachsender Risikoaversion im Zusammenhang mit den eskalierenden geopolitischen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran Schwierigkeiten hat. Der Greenback könnte jedoch wieder an Boden gewinnen, da das CME FedWatch Tool darauf hindeutet, dass die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von über 69% für mindestens eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf der bevorstehenden September-Sitzung einpreisen. Allerdings wird weithin erwartet, dass die Fed den Federal Funds Rate unverändert lässt. Trotz dieser erwarteten Pause bleiben die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik über Juli hinaus erhöht.
Fed-Chef Warsh hat wiederholt betont, dass die Inflation für die Zentralbank weiterhin ein zentrales Anliegen sei. Diese vorsichtige Haltung wurde in den vergangenen Wochen von mehreren anderen Fed-Vertretern bekräftigt, während sie die anhaltenden wirtschaftlichen Belastungen bewerten. Die Entscheidungsträger befinden sich nun in ihrer üblichen Blackout-Phase vor der FOMC-Sitzung in der kommenden Woche.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.