Das Paar EUR/USD verzeichnet im frühen asiatischen Handel am Dienstag moderate Verluste um 1,1410. Die erneuten Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran befeuern weiterhin die Risikoaversion und belasten den Euro (EUR) gegenüber dem US-Dollar (USD). Die ZEW-Umfragen aus Deutschland und der Eurozone stehen später am Dienstag an. Außerdem wird der US-ADP-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht.
The Guardian berichtete, dass die USA am Dienstag die zehnte Angriffsrunde gegen den Iran gestartet haben. Das US-Militär teilte mit, dass es „militärische Kommandostellen, Luftabwehr- und Küstenüberwachungsanlagen, maritime Kapazitäten, Raketen- und Drohnenstartplätze sowie Kommunikationsnetzwerke“ getroffen habe.
Der Iran startete Angriffe auf Bahrain und Kuwait und griff zudem Tanker in der Straße von Hormus an. Unterdessen kündigten die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen ein maritimes Embargo gegen Saudi-Arabien an. Die eskalierenden Spannungen und die Befürchtung eines größeren Konflikts im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und kurzfristig Gegenwind für das Hauptwährungspaar erzeugen.
Andererseits könnten Anzeichen einer abkühlenden US-Inflation die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank im weiteren Jahresverlauf verringern. Dies könnte den USD schwächen. Die Märkte rechnen weiterhin damit, dass die Fed bei ihrer nächsten Sitzung am 29. Juli die Zinsen unverändert lässt, wobei Fed Funds Futures eine implizite Wahrscheinlichkeit von 84,5 % für eine Beibehaltung eingepreist haben, verglichen mit 61,5 % vor einem Monat, so das CME FedWatch Tool.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.