Das Paar EUR/USD startet die neue Woche verhalten und schwankt während der asiatischen Sitzung in einer engen Spanne unterhalb der Mitte der 1,1400er-Marke. Die Kassapreise bleiben jedoch in Schlagdistanz zu einem fast zwei Wochen alten Hoch, das letzten Donnerstag erreicht wurde, vor dem Hintergrund gemischter fundamentaler Signale.
Trotz eines fragilen vorläufigen US-Iran-Abkommens bleiben die Spannungen rund um die Straße von Hormuz hoch, da Iran versucht, die Kontrolle über die strategische Wasserstraße zu verschärfen. Dies hält die geopolitische Risikoprämie aufrecht und bietet dem sicheren Hafen US-Dollar (USD) Unterstützung, was wiederum als Gegenwind für das Paar EUR/USD wirkt.
Die USD-Bullen wirken jedoch zögerlich angesichts reduzierter Wetten auf Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) nach der Veröffentlichung eher enttäuschender US-Arbeitsmarktdaten in der vergangenen Woche. Tatsächlich zeigte der vielbeachtete US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht, dass die Wirtschaft im Juni nur 57.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hat, verglichen mit den erwarteten 110.000.
Hinzu kommt, dass der Wert des Vormonats von 172.000 auf 129.000 nach unten revidiert wurde, während die Arbeitslosenquote im Juni leicht auf 4,2 % sank. Dies kommt zusätzlich zu nachlassenden Inflationsängsten angesichts des jüngsten Einbruchs der Rohölpreise und verschobenen Markterwartungen von ein bis zwei Fed-Zinserhöhungen im Jahr 2026 auf null bis eine Erhöhung.
Dies, zusammen mit einer generell positiven Stimmung an den Aktienmärkten, begrenzt eine nennenswerte Aufwertung des USD und sollte die Abwärtsrisiken für das Paar EUR/USD einschränken. Unterdessen zwangen schwächere Inflationsdaten aus der Eurozone die Anleger, ihre Wetten auf weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu reduzieren, was Vorsicht bei aggressiven Bullen geboten erscheinen lässt.
Der Wirtschaftskalender am Montag umfasst die deutschen Auftragseingänge, das Sentix-Anlegervertrauen in der Eurozone, den monatlichen Erzeugerpreisindex (PPI) sowie die Einzelhandelsumsätze. Später in der frühen nordamerikanischen Sitzung könnten die Veröffentlichung des US ISM Services PMI sowie Reden einflussreicher FOMC-Mitglieder dem Paar EUR/USD Impulse verleihen.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.