AUD/USD fällt nach zwei Gewinntagen und handelt während der asiatischen Handelszeit am Montag um 0,6930. Das Währungspaar verliert nach der Veröffentlichung der TD-MI Inflation Gauge-Daten an Boden, die mit -0,4 % im Monatsvergleich schlechter ausfielen als die vorherigen -0,3 %.
Händler wägen hawkische Interpretationen des Protokolls der Juni-Sitzung der Reserve Bank of Australia (RBA) ab, das letzte Woche veröffentlicht wurde. Große australische Banken stellten fest, dass die RBA weiterhin stark besorgt über die hartnäckige Inflation ist. Die Commonwealth Bank of Australia wies darauf hin, dass das Protokoll anhaltende Übernachfrage und Kapazitätsengpässe hervorhebt, während ANZ diese Sicht teilte und warnte, dass das Protokoll das deutliche Risiko einer weiteren Zinserhöhung der RBA unterstreicht.
Der US-Dollar (USD) behauptet seine Position, gestützt durch Markterwartungen mehrerer Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) im weiteren Jahresverlauf. Dies geschieht trotz nachlassender globaler Inflationssorgen, die durch die Normalisierung der Ölströme durch die kritische Straße von Hormus begünstigt wurden.
Das CME FedWatch-Tool zeigt, dass die Finanzmärkte eine Wahrscheinlichkeit von 77,3 % für Zinserhöhungen bis zum Jahresende einpreisen. Investoren blicken nun auf die Veröffentlichung des Protokolls der Fed-Sitzung im Juni am Mittwoch, um klarere Einblicke in den zukünftigen Zinsverlauf zu erhalten.
Allerdings haben jüngste US-Arbeitsmarktdaten die Wall Street gezwungen, diesen hawkischen Ausblick aggressiv zu überdenken. Der jüngste Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht zeigte, dass die US-Wirtschaft im vergangenen Monat lediglich 57.000 Stellen geschaffen hat und damit die Markterwartung von 110.000 deutlich verfehlte. Während die offizielle Arbeitslosenquote unerwartet von 4,3 % im Mai auf 4,2 % sank, signalisiert die dramatische Verlangsamung bei den Neueinstellungen stark, dass die Gesamtwirtschaft abkühlt.
Vor dem Hintergrund dieser Veränderungen bekräftigte Fed-Chef Kevin Warsh nachdrücklich das unabhängige Engagement der Zentralbank für ihr Preisstabilitätsziel von 2 %. Bemerkenswert ist auch, dass er anerkannte, dass sich die Inflationsrisiken und -erwartungen im vergangenen Monat endlich zu moderieren begonnen haben.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.