EUR/USD steigt nach leichten Verlusten am Vortag und handelt während der asiatischen Handelszeiten am Montag um 1,1610. Das Paar gewinnt an Wert, da der US-Dollar (USD) im Zuge nachlassender Risikoaversion fällt, nachdem Berichte bekannt wurden, dass die Vereinigten Staaten (US) und Iran sich auf ein Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus geeinigt haben.
Bloomberg berichtete am Sonntag, dass der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif sagte, die Vereinigten Staaten (US) und Iran hätten sich auf ein Abkommen geeinigt, um ihren fast vier Monate andauernden Krieg zu beenden, wobei beide Seiten die sofortige und dauerhafte Einstellung der militärischen Operationen an allen Fronten, einschließlich im Libanon, erklärten.
„Das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran ist nun abgeschlossen“, sagte US-Präsident Donald Trump am Sonntag in einem Beitrag in den sozialen Medien. „Hiermit erteile ich die volle Genehmigung zur gebührenfreien Öffnung der Straße von Hormus und gleichzeitig die sofortige Aufhebung der US-Blockade der Marine.“
Der Nationale Sicherheitsrat Irans bestätigte eine Waffenstillstandsvereinbarung mit den USA und fügte hinzu, dass die abschließenden Verhandlungen beginnen werden, nachdem die andere Partei ihre Verpflichtungen aus dem Memorandum of Understanding erfüllt hat. Iranische Beamte erklärten, die maritime Blockade gegen Iran sollte sofort und vollständig beendet werden.
Die Märkte verarbeiten weiterhin die erste Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) seit drei Jahren, eine präventive Maßnahme zur Eindämmung eines breiteren Inflationsanstiegs, der durch steigende Kraftstoffkosten angetrieben wird. Die Geldmärkte rechnen bereits mit einer weiteren Erhöhung, wobei eine Anhebung im September als wahrscheinlichster Weg gilt, obwohl Juli weiterhin eine deutliche Möglichkeit darstellt. Neben der Straffung der Geldpolitik hat die EZB ihre Inflationsprognose nach oben korrigiert und signalisiert, dass der Preisdruck länger anhalten könnte als zuvor erwartet.
Konkret hat die EZB ihre Prognosen für die Gesamtinflation auf 3,0 % für 2026 und 2,3 % für 2027 angehoben, gegenüber früheren Schätzungen von 2,6 % bzw. 2,0 %. Auch die Erwartungen für die Kerninflation wurden nach oben korrigiert, wobei die Zentralbank nun für 2026 und 2027 jeweils stabile 2,5 % prognostiziert, gegenüber den vorherigen Vorhersagen von 2,3 % und 2,2 %.
Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.
Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.
Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.
Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.
Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.