Die Analysten Shaun Osborne und Eric Theoret von Scotiabank sehen den japanischen Yen (JPY) trotz stärker als erwarteter Erzeugerpreisdaten schwach und gegenüber den meisten G10-Währungen unter Druck. Die Märkte preisten inzwischen vollständig eine Zinserhöhung der Bank of Japan (BoJ) um 25 Basispunkte in der kommenden Woche sowie einen weiteren Schritt bis Dezember ein. Für USD/JPY verweisen die Experten auf ein positives charttechnisches Bild mit einem steigenden RSI, der sich dem überkauften Bereich nähere. Nennenswerter Widerstand sei vor der Marke von 162 kaum auszumachen.
"Der Yen zeigt sich schwach und handelt gegenüber dem US-Dollar defensiv. Dabei entwickelt er sich vor Beginn des nordamerikanischen Handels am Mittwoch schwächer als die meisten G10-Währungen."
"Die Erzeugerpreisdaten für Mai fielen stärker aus als erwartet und verzeichneten einen Anstieg von 6,3 Prozent im Jahresvergleich. Dieses Tempo dürfte die Erwartungen an einen restriktiveren Kurs der BoJ bis zur Sitzung in der kommenden Woche stützen."
"Medienberichten zufolge wurde Notenbankchef Ueda ins Krankenhaus eingeliefert. Damit müsste die Zentralbank ihre Zinsentscheidung am kommenden Dienstag ohne ihren Gouverneur treffen. Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte gilt als weitgehend erwartet und ist vollständig eingepreist. Zudem rechnen die Märkte bis Dezember mit einem weiteren Zinsschritt um 25 Basispunkte."
"Für USD/JPY bleibt das technische Bild positiv. Der Relative-Stärke-Index (RSI) steigt weiter und nähert sich offenbar der überkauften Schwelle von 70 Punkten. Wir sehen vor der Marke von 162 nur begrenzten Widerstand."