Der japanische Yen (JPY) wird während der asiatischen Handelssitzung am Dienstag gegenüber dem US-Dollar (USD) unverändert bei rund 163,75 gehandelt. Dem Paar USD/JPY fehlt es an Richtung, da sich Anleger im Vorfeld der geldpolitischen Ankündigung der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch zurückgezogen haben.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, leicht niedriger bei nahe 101,46.
Laut dem CME-FedWatch-Tool sehen Händler eine Wahrscheinlichkeit von 62%, dass die Fed die Zinssätze in der Spanne von 3,50%-3,75% unverändert lässt. Das Tool zeigt zudem eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung auf der geldpolitischen Sitzung im September.
Anleger sollten keine Hinweise auf den Zinsausblick in der geldpolitischen Erklärung und auf der Pressekonferenz von Vorsitzendem Kevin Warsh erwarten, da er auf der letzten Sitzung klarstellte, dass „sogenannte Forward Guidance in der aktuellen geldpolitischen Lage nicht gut geeignet ist“.
Marktteilnehmer möchten wissen, wie lange die Inflation in den Vereinigten Staaten (US) über dem 2%-Ziel der Zentralbank bleiben wird.
Auch aus Tokio warten Anleger auf die geldpolitische Ankündigung der Bank of Japan (BoJ) am Freitag. Es wird erwartet, dass die BoJ die Zinssätze unverändert bei 1% belässt und hawkishe Äußerungen zum geldpolitischen Ausblick abgibt.
Zentralbanken wie die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank haben die Aufgabe, Preisstabilität zu gewährleisten. Dies erreichen sie, indem sie die Zinsen anpassen und so die Inflation kontrollieren.
Zentralbanken haben ein zentrales Instrument, um die Inflation zu steuern: den Leitzins. Zu festgelegten Terminen veröffentlicht die Bank ihre Zinsentscheidung, in der sie den Leitzins entweder beibehält, senkt oder anhebt. Dies beeinflusst die Zinssätze von Sparguthaben und Krediten, was wiederum Auswirkungen auf das Spar- und Investitionsverhalten der Wirtschaft hat. Zinserhöhungen werden als geldpolitische Straffung bezeichnet, Zinssenkungen als geldpolitische Lockerung.
Eine Zentralbank agiert häufig unabhängig von der Politik. Bevor Mitglieder in den geldpolitischen Rat berufen werden, durchlaufen sie verschiedene Anhörungen und Prüfungen. Jedes Mitglied bringt dabei seine eigene Überzeugung mit, wie die Zentralbank Inflation steuern und die Geldpolitik gestalten sollte. Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die niedrige Zinsen und günstige Kredite fördern, um das Wirtschaftswachstum anzutreiben – selbst auf Kosten einer leicht über 2 % liegenden Inflation –, werden als „Tauben“ bezeichnet. „Falken“ hingegen bevorzugen höhere Zinsen, um Sparen zu belohnen, und sehen es als ihre Priorität, die Inflation unter Kontrolle zu halten, bis sie bei oder unter 2 % liegt.
Normalerweise wird jede Sitzung einer Zentralbank von einem Vorsitzenden oder Präsidenten geleitet, der zwischen den verschiedenen Lagern – den sogenannten „Falken“ und „Tauben“ – einen Konsens herstellen muss. Kommt es zu einem Patt bei der Abstimmung, entscheidet der Vorsitzende und verhindert so eine 50:50-Stimmengleichheit über mögliche geldpolitische Anpassungen. Der Vorsitzende hält zudem regelmäßig öffentliche Reden, in denen die aktuelle geldpolitische Ausrichtung und zukünftige Erwartungen kommuniziert werden – diese können oft live mitverfolgt werden. Das Ziel einer Zentralbank ist es, ihre geldpolitischen Maßnahmen umzusetzen, ohne dabei heftige Schwankungen bei Zinssätzen, Aktienmärkten oder der eigenen Währung auszulösen. Bereits vor geldpolitischen Sitzungen geben die Mitglieder ihre Einschätzungen indirekt an die Märkte weiter. In den letzten Tagen vor einer Sitzung herrscht jedoch eine „Blackout-Periode“, während der die Mitglieder keine öffentlichen Äußerungen machen dürfen, bis die neuen Maßnahmen offiziell verkündet wurden.