USD/CHF setzt am Mittwoch seinen Anstieg fort, da anhaltende Spannungen im Nahen Osten und stärkere als erwartete US-Arbeitsmarktdaten den US-Dollar (USD) stärken. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts handelt das Paar um die Marke von 0,7900 und bleibt damit zum dritten Mal in Folge in der Gewinnzone.
Der jüngste ADP-Bericht zeigte, dass die privaten US-Beschäftigtenzahlen im Mai um 122.000 stiegen, nach 105.000 im April, und damit die Markterwartungen von 117.000 übertrafen. Es war zudem der höchste Wert seit Januar 2025.
Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb von sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei etwa 99,47, nahe dem oberen Ende seiner jüngsten Spanne und im Tagesverlauf um 0,25% höher.
Aktuelle Arbeitsmarktdaten deuten darauf hin, dass der US-Arbeitsmarkt nach dem Abkühlungstrend im letzten Jahr wieder an Schwung gewinnt. Die am Dienstag veröffentlichten JOLTS-Daten zu offenen Stellen überraschten ebenfalls positiv und zeigten das höchste Niveau an offenen Stellen seit Mai 2024.
Unterdessen sank der endgültige Wert des US S&P Global Services Purchasing Managers Index (PMI) im Mai auf 50,7 von 50,9 im April und verfehlte damit die Markterwartungen von 51. Der ISM Services PMI stieg jedoch im Mai auf 54,5 von 53,6 im April und übertraf die Prognosen von 53,8.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht, der am Freitag erwartet wird. Analysten gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft im Mai 85.000 Arbeitsplätze schaffen wird, nach einem Anstieg von 115.000 im April.
Ein stärker als erwarteter Wert könnte die hawkischen Erwartungen an die Federal Reserve (Fed) weiter stützen, da die Märkte weiterhin besorgt über Inflationsrisiken im Zusammenhang mit höheren Ölpreisen sind.
Auf Schweizer Seite warten Händler auf die am Donnerstag anstehenden Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI). Die jährliche Inflation wird für Mai voraussichtlich auf 0,8% steigen, nach 0,6% im April.
SNB-Präsident Martin Schlegel erklärte am Donnerstag, dass der mittelfristige Inflationsdruck weitgehend unverändert bleibe, und bekräftigte, dass die Zentralbank bereit sei, an den Devisenmärkten zu intervenieren, um einer übermäßigen Stärke des Schweizer Franken (CHF) entgegenzuwirken. Er warnte zudem, dass der Krieg im Iran den Druck auf den Franken erhöhen könnte.
Auf geopolitischer Ebene beobachten Händler genau, ob Washington und Teheran eine Einigung zur Beendigung des Krieges erzielen können, nachdem sich die Spannungen in dieser Woche erneut verschärft haben. US-Präsident Donald Trump bestritt Berichte, wonach die Gespräche ins Stocken geraten seien, und sagte, Iran habe zugestimmt, keine Atomwaffe zu besitzen, berichtete Reuters am Mittwoch.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) steuert die Geldpolitik des Landes und strebt eine jährliche Inflationsrate von unter 2 % an, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legt die Zinssätze fest, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Wenn die Inflation über das Ziel hinausgeht, erhöht die SNB die Zinsen, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinsen stärken den Schweizer Franken (CHF), während niedrigere Zinsen ihn schwächen.
Die SNB greift zudem regelmäßig in den Devisenmarkt ein, um eine übermäßige Aufwertung des Schweizer Frankens zu verhindern, da ein starker Franken die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Schweizer Wirtschaft belastet. Zwischen 2011 und 2015 führte die SNB sogar eine feste Bindung des Frankens an den Euro ein, um dessen Aufwertung zu stoppen. Heute interveniert die Bank, indem sie ihre umfangreichen Devisenreserven nutzt, um Fremdwährungen wie den US-Dollar oder den Euro zu kaufen. In Zeiten hoher Inflation, insbesondere getrieben durch steigende Energiepreise, verzichtet die SNB jedoch auf Eingriffe, da ein starker Franken die Energieimporte verbilligt und so den Inflationsdruck auf Schweizer Haushalte und Unternehmen mildert.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) überprüft viermal jährlich, im März, Juni, September und Dezember, ihre geldpolitische Ausrichtung. Dabei veröffentlicht sie auch eine mittelfristige Inflationsprognose, die in den darauffolgenden Monaten das geldpolitische Umfeld maßgeblich prägen kann.