Das Paar NZD/USD zieht im frühen europäischen Handel am Mittwoch einige Verkäufer auf rund 0,5910 an. Der neuseeländische Dollar (NZD) setzt seinen Abwärtstrend fort, da ein Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und dem Iran weiterhin ausbleibt. Der US-Einkaufsmanagerindex (EMI) für den Dienstleistungssektor im Mai wird später am Mittwoch veröffentlicht.
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte am Dienstag, dass der Iran ballistische Raketen auf die regionalen Nachbarn Kuwait und Bahrain abgefeuert habe, jedoch keine Ziele getroffen wurden. CENTCOM fügte hinzu, dass das US-Militär als Reaktion auf die versuchten Angriffe Schläge auf die iranische Insel Qeshm durchgeführt habe.
Unterdessen berichteten iranische Medien am Dienstag, dass Teheran seit einigen Tagen nicht mit Washington kommuniziert habe, obwohl US-Präsident Donald Trump erklärte, dass die Verhandlungen kontinuierlich geführt würden. Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den US-Dollar (USD) stärken und dem Paar kurzfristig Gegenwind verschaffen.
Die positiven chinesischen Wirtschaftsdaten können den China-Proxy Kiwi nicht stützen. Die Dienstleistungsaktivitäten in China expandierten im Mai mit der schnellsten Rate seit drei Monaten, wobei der EMI für den Dienstleistungssektor von 52,6 im April auf 54,4 stieg. Diese Zahl lag über den Markterwartungen von 52,3.
Die Aufmerksamkeit wird sich später am Freitag auf die US-Beschäftigungsdaten für Mai richten, da diese Hinweise auf den US-Zinspfad geben könnten. Jegliche Anzeichen einer Schwächung des US-Arbeitsmarktes könnten den Greenback belasten und den Abwärtstrend des Paares begrenzen.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.