Die Vereinigten Staaten (US) planen, aufgrund von Zwangsarbeitspraktiken neue Zölle von mindestens 10 % auf Importe von wichtigen Handelspartnern zu erheben. Indien könnte laut der Nachrichtenagentur Mint mit einem höheren Zoll von 12,5 % belegt werden, berichtete diese am Mittwoch.
US-Botschafter Jamieson Greer erklärte, dass „das Versäumnis unserer wichtigsten Handelspartner, die Einfuhr von Waren, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden, zu unterbinden, inakzeptabel ist. Dies schafft eine Dynamik, bei der amerikanische Arbeiter gezwungen sind, auf einem ungleichen Spielfeld global zu konkurrieren.“
Am Dienstag gab das United States Trade Representative (USTR) bekannt, dass 54 Volkswirtschaften „es versäumt haben, ein Importverbot für Zwangsarbeit wirksam durchzusetzen.“ Und diese Länder werden voraussichtlich mit 12,5 % Zöllen belegt. Zu dieser Gruppe gehören China, Vietnam, Indien, Taiwan und das Vereinigte Königreich (UK).
Bei Redaktionsschluss lag das Paar USD/INR um 0,33 % höher und notierte bei 95,65.
Obwohl sowohl Zölle als auch Steuern staatliche Einnahmen generieren, die zur Finanzierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen verwendet werden, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Zölle werden im Voraus bei der Einfuhr am Hafen entrichtet, während Steuern beim Kaufzeitpunkt bezahlt werden. Steuern werden Einzelpersonen und Unternehmen auferlegt, während Zölle von Importeuren gezahlt werden.
Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Nutzung von Zöllen. Einige argumentieren, dass Zölle notwendig sind, um heimische Industrien zu schützen und Handelsungleichgewichte auszugleichen. Andere sehen Zölle als schädliches Instrument an, da sie langfristig die Preise in die Höhe treiben könnten und durch sogenannte „Auge-um-Auge-Zölle“ einen schädlichen Handelskrieg auslösen könnten.
Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November 2024 hat Donald Trump deutlich gemacht, dass er Zölle einsetzen will, um die US-Wirtschaft und amerikanische Produzenten zu unterstützen. Im Jahr 2024 machten Mexiko, China und Kanada 42 % der gesamten US-Importe aus. Laut dem US Census Bureau war Mexiko in diesem Zeitraum mit Exporten im Wert von 466,6 Milliarden US-Dollar der wichtigste Handelspartner. Daher plant Trump, sich bei der Verhängung von Zöllen auf diese drei Länder zu konzentrieren. Außerdem möchte er die durch Zölle generierten Einnahmen nutzen, um die Einkommensteuer für Privatpersonen zu senken.