Euro schwächt sich angesichts der Unsicherheit über den US-Iran-Friedensvertrag ab

Quelle Fxstreet
  • EUR/USD gibt im frühen asiatischen Handel am Dienstag auf fast 1,1635 nach. 
  • US-Streitkräfte führten am Montag Verteidigungsschläge im Süden Irans durch. 
  • Die Chance auf eine Zinserhöhung der EZB steigt, da der Iran-Konflikt die Inflation antreibt. 

Das Paar EUR/USD handelt am Dienstag im frühen asiatischen Handel im negativen Bereich um 1,1635. Der Euro (EUR) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) ab, da die Unsicherheit rund um das US-Iran-Friedensabkommen eine sichere Hafenwährung stärkt. Der EZB-Politiker Olaf Sleijpen und der Präsident der Federal Reserve (Fed) Bank of Minneapolis, Neel Kashkari, werden später am Dienstag sprechen. 

Fox News berichtete, dass US-Streitkräfte am Montag „Selbstverteidigungsschläge“ im Süden Irans durchgeführt haben. Ein Sprecher des US-Zentralkommandos sagte, dass amerikanische Angriffe auf Raketenstartanlagen und iranische Schiffe abzielten, die Minenfelder ausbringen wollten, sowie auf iranische Boote, die versuchten, Minen zu legen. Das US-Militär erklärte, es werde die Truppen schützen und während des Waffenstillstands Zurückhaltung üben.

Am Montag zuvor sagte US-Präsident Donald Trump laut Bloomberg, dass die Verhandlungen über ein Abkommen mit Iran zur Beendigung des Konflikts und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus „gut vorankommen“. Händler werden die Entwicklungen rund um das US-Iran-Friedensabkommen genau beobachten. Jegliche Anzeichen einer Eskalation im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und dem Hauptwährungspaar Gegenwind verleihen. 

Andererseits könnte die hawkische Haltung der EZB dazu beitragen, die Verluste der Gemeinschaftswährung zu begrenzen. EZB-Ratsmitglied Martin Kocher sagte am Sonntag, dass die Zentralbank zunehmend zu einer Zinserhöhung im nächsten Monat tendiere, da der Iran-Konflikt den Inflationsdruck verstärkt. Die Finanzmärkte preisen laut dem ECB Watch Tool nun eine Wahrscheinlichkeit von fast 85 % für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der EZB-Sitzung im Juni ein. 

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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