Das Währungspaar GBP/USD verliert im frühen asiatischen Handel am Dienstag bis auf rund 1,3495 an Boden. Das Britische Pfund (GBP) schwächt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) aufgrund schwacher zugrundeliegender britischer Daten und der Unsicherheit über ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran ab. Der US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) für April wird später am Donnerstag im Fokus stehen.
Das US-Militärkommando Central Command teilte am späten Montag mit, dass US-Streitkräfte Angriffe im Süden Irans zur „Selbstverteidigung“ durchgeführt haben. Fox News berichtete, dass zwei iranische Boote beim Verlegen von Minen in der Straße von Hormus gesichtet wurden, und das US-Militär reagierte zudem, nachdem eine Raketenstellung US-Kampfflugzeuge ins Visier genommen hatte.
Diese Aktion erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump am Montag zuvor erklärt hatte, dass die Verhandlungen über ein Abkommen mit Iran zur Beendigung des Konflikts und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus „gut vorankommen“. Steigende Spannungen im Nahen Osten könnten kurzfristig eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken.
Schwächere britische Einzelhandelsumsätze und ein unerwarteter Anstieg der Arbeitslosenquote auf 5,0 % haben die Händler veranlasst, ihre Erwartungen an künftige Zinserhöhungen der Bank of England (BoE) bis Dezember zurückzuschrauben. Dies könnte wiederum das Cable gegenüber dem USD belasten.
Der BoE-Entscheidungsträger Alan Taylor sagte, dass ein „verlängertes Halten“ der Zinsen wahrscheinlich ausreichend sei, und fügte hinzu, dass die sekundären inflationsbedingten Auswirkungen weniger schwerwiegend seien als jene, die während der Invasion Russlands in der Ukraine 2022 zu beobachten waren, da sich der heimische Arbeitsmarkt abkühle.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.