Der Goldpreis (XAU/USD) gewinnt im frühen asiatischen Handel am Dienstag an Boden und nähert sich 4.575 USD. Das Edelmetall steigt leicht an, da Hoffnungen auf Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran den US-Dollar (USD) schwächten.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, dass die Verhandlungen mit dem Iran über ein Zwischenabkommen zur Verlängerung des Waffenstillstands und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus „gut vorankommen“. Trump hatte Saudi-Arabien, Katar, Pakistan, die Türkei, Ägypten und Jordanien aufgefordert, den Abraham-Abkommen beizutreten und diplomatische Beziehungen zu Israel aufzubauen, während seine Regierung weiterhin mit dem Iran verhandelt.
Die USA und Israel müssen jedoch noch kritische Details klären, darunter, ob Schiffen, die die Straße von Hormus passieren, freie Durchfahrt gewährt wird und wie schnell Milliarden von iranischen Geldern freigegeben werden.
„Trump hat die Markthoffnungen auf eine Art Abkommen mit dem Iran geschürt, das zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus führen könnte. Diese Aussicht belastet die Ölpreise und hat dem Goldpreis aus inflationsbedingter Sicht einen willkommenen Auftrieb verschafft“, sagte Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade.
Der US-Bericht zum Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) für April wird am Donnerstag im Mittelpunkt stehen. Anzeichen für eine höhere Inflation in den USA könnten eine mögliche Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bekräftigen und den in USD notierten Rohstoffpreis belasten.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.