Das Paar USD/JPY zieht nach einer bärischen Kurslücke am Montag einige Dip-Käufer an und erobert im frühen europäischen Handel die Marke von 159,00 zurück. Zudem bleiben die Kassakurse in Reichweite eines Drei-Wochen-Hochs, das letzten Donnerstag erreicht wurde, und scheinen angesichts gemischter Signale zu einem möglichen US-Iran-Friedensabkommen weiter aufzuwerten.
Die Entwicklungen am Wochenende nähren Hoffnungen auf ein mögliches Abkommen zur Beendigung eines fast dreimonatigen Iran-Kriegs und stärken das Vertrauen der Investoren, was den Status des US-Dollars (USD) als Reservewährung belastet. Allerdings bleiben die USA und der Iran in wichtigen Fragen uneins, darunter Blockaden der Straße von Hormuz und das iranische Atomprogramm. US-Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag, er habe seinen Vertretern gesagt, sie sollten kein übereiltes Abkommen mit dem Iran eingehen. Dies hält die geopolitischen Risiken aufrecht und begrenzt die Markteuphorie.
Darüber hinaus haben Händler nahezu vollständig mindestens eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) Anfang 2027 eingepreist, was tiefere USD-Verluste begrenzt. Gleichzeitig bleiben Investoren besorgt über wirtschaftliche Risiken, die sich aus der anhaltenden Störung der Energieversorgung ergeben. Dies schwächt wiederum den japanischen Yen (JPY) und trägt zur intraday Erholung des USD/JPY-Paares um rund 30 Pips bei. Spekulationen über Interventionen könnten jedoch die JPY-Bären daran hindern, aggressive Wetten zu platzieren.
Unterdessen dürfte die Liquidität aufgrund von Feiertagen in den USA und mehreren wichtigen Märkten in Europa niedrig bleiben. Dies erfordert ebenfalls Vorsicht, bevor man sich für eine weitere Aufwärtsbewegung des USD/JPY-Paares positioniert. Der fundamentale Hintergrund sowie das Auftreten einiger intraday Dip-Käufer deuten jedoch darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für die Kassakurse weiterhin nach oben führt.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.