Das Paar AUD/USD verliert am Mittwoch im frühen asiatischen Handel an Dynamik und nähert sich der Marke von 0,7095. Geopolitische Unsicherheiten und erhöhte Rohölpreise belasten den australischen Dollar (AUD) gegenüber dem US-Dollar (USD). Die Händler werden die Veröffentlichung des australischen Arbeitsmarktberichts für April, der am Donnerstag erwartet wird, genau beobachten.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, dass in den kommenden Tagen ein neuer US-Angriff erfolgen werde, falls keine Einigung erzielt werde. Am Montag hatte Trump mitgeteilt, dass er eine geplante Wiederaufnahme der Feindseligkeiten nach einem neuen Vorschlag Irans zur Beendigung des US-israelischen Krieges ausgesetzt habe.
Unterdessen erklärte ein iranischer Beamter, dass die US-Drohung eines massiven Angriffs jederzeit „entschlossen“ beantwortet werde und Iran „bereit sei, jeder militärischen Aggression zu begegnen“. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten könnten eine sichere Hafenwährung wie den Greenback stärken und dem Paar kurzfristig Gegenwind verleihen.
Die People's Bank of China (PBOC) beschloss am Mittwoch, ihre Loan Prime Rates (LPRs) unverändert zu lassen. Die einjährige und fünfjährige LPR lagen bei 3,00 % bzw. 3,50 %.
Das Protokoll der Reserve Bank of Australia (RBA) vom Dienstag zeigte, dass acht von neun Vorstandsmitgliedern die Zinserhöhung im Mai auf 4,35 % unterstützten, wobei sie auf steigende Inflationsrisiken durch den Golfkonflikt verwiesen. Ein Mitglied bevorzugte es, weitere Daten abzuwarten.
„Die Mitglieder stellten fest, dass die Inflation in den Monaten vor Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten deutlich über dem Ziel lag“, heißt es im Protokoll der RBA. Die Mitglieder waren sich einig, dass die Geldpolitik einen kurzfristigen Anstieg des Preisniveaus nicht verhindern könne, da höhere Kraftstoffpreise sich auf die Endpreise auswirkten.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.