Das Paar USD/JPY verliert im asiatischen Handel am Freitag an Boden und notiert bei rund 156,85. Der japanische Yen (JPY) stärkt sich gegenüber dem US-Dollar (USD) nach einer weiteren Intervention der japanischen Behörden. Die Märkte könnten am Freitag vor dem US-Arbeitsmarktbericht für April vorsichtiger werden.
Reuters berichtete am Freitag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle, dass die japanischen Behörden während der Feiertage Anfang Mai am Devisenmarkt intervenierten, nachdem sie am 30. April Yen-Kaufgeschäfte durchgeführt hatten. Die Quelle sagte: „Die Intervention seit Anfang Mai wurde zeitlich so gelegt, dass sie mit der Ferienzeit zusammenfällt, in der die Marktliquidität dünn war.“
Das Potenzial für weitere Interventionen könnte dem JPY Unterstützung bieten und dem Währungspaar Gegenwind verleihen. Japans oberster Devisenbeamter Atsushi Mimura erklärte am Donnerstag, dass die Behörden bereit seien, auf allen Ebenen auf spekulative Bewegungen am Devisenmarkt zu reagieren.
Alle Augen richten sich auf den US-Arbeitsmarktbericht für April, der am Freitag veröffentlicht wird. Der Marktkonsens schätzt 62.000 neue Arbeitsplätze im April. Dies wäre ein deutlicher Rückgang gegenüber den 178.000 im März geschaffenen Stellen. Zudem wird erwartet, dass die Arbeitslosenquote stabil bei 4,3 % bleibt.
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.