Die Analysten von BNY berichten, dass Joachim Nagel, Präsident der Deutsche Bundesbank, eine Zinserhöhung der Europäische Zentralbank im Juni signalisiert hat, sofern sich der Ausblick nicht verbessert. Dies unterstreiche eine weiterhin restriktive geldpolitische Haltung. Gleichzeitig zeigen Devisenoptionen jedoch eine implizite Volatilität für den Euro über ein und drei Monate unter dem langfristigen Durchschnitt, was darauf hindeutet, dass die Märkte keinen größeren Ausbruch im Währungspaar EUR/USD erwarten. Als zentrale Risiken gelten weiterhin inflationsbedingte Effekte durch Energiepreise sowie angebotsseitige Schocks im Zusammenhang mit dem Iran.
"EUR-Volatilität: Der Euro bleibt heute gefragt, nachdem er Dreiwochentiefs getestet hatte, da die EZB-Sitzung klar auf ein Risiko einer Zinserhöhung im Juni hinweist. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bestätigte, dass die Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, einstimmig getroffen wurde, auch wenn eine Anhebung diskutiert worden war."
"Gleichzeitig hat Joachim Nagel von der EZB darauf hingewiesen, dass die Notenbank ihre Geldpolitik möglicherweise bereits im Juni straffen muss. Auffällig ist, dass der Optionsmarkt im Devisenhandel für Laufzeiten von einem und drei Monaten eine Volatilität unterhalb des langfristigen Durchschnitts aufweist."
"Dies deutet darauf hin, dass nur wenige Marktteilnehmer im kommenden Quartal mit einem Ausbruch oder Einbruch beim EUR/USD rechnen – trotz der Unsicherheit in der Geldpolitik in den USA und der EU im Zusammenhang mit den anhaltenden Energieschocks infolge des Iran-Konflikts. Jede Veränderung der Haltung des Federal Open Market Committee oder der Zinserwartungen in den USA dürfte zum neuen Treiber für die Risikobereitschaft werden."