Der Bitcoin ist am Montag wieder über die Marke von 80.000 US-Dollar gestiegen. Hintergrund war eine Erholung bei risikoreicheren Anlagen, nachdem überraschend starke Quartalszahlen großer Technologiekonzerne die Stimmung der Investoren aufgehellt hatten.
Die weltweit größte Kryptowährung machte damit frühere Verluste wett, während die positive Entwicklung an der Wall Street auch auf die Märkte für digitale Vermögenswerte übergriff. Auch alternative Kryptowährungen legten zu, wobei insbesondere Privacy-Coins und Meme-Tokens im Tagesverlauf deutliche Gewinne verzeichneten.
Die Entwicklung folgte auf einen starken Quartalsbericht von Alphabet Inc., dem Mutterkonzern von Google, der sowohl bei Umsatz als auch Gewinn die Erwartungen übertraf.
Das Wachstum wurde unter anderem vom Cloud-Geschäft getragen, in dem die Nachfrage nach KI-bezogenen Dienstleistungen weiter anzog. Auch andere große Technologiekonzerne wie Microsoft, Amazon und Caterpillar Inc. legten überwiegend besser als erwartete Zahlen vor und stärkten damit das Vertrauen in den Sektor. In der Folge stieg der S&P 500 um 73 Punkte, während auch der Nasdaq Composite und andere Aktienindizes zulegten.
Der Anstieg von Bitcoin unterstreicht die anhaltend enge Korrelation mit Technologiewerten. Die Kryptowährung wird zunehmend parallel zum Nasdaq und anderen technologieorientierten Indizes gehandelt, wobei die Zusammenhänge zeitweise deutlich zugenommen haben.
Diese Beziehung war zu Jahresbeginn jedoch infrage gestellt worden, als sich Bitcoin in der frühen Phase des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sowie den damit verbundenen Turbulenzen an den Ölmärkten vergleichsweise stabil zeigte. Damals argumentierten einige Analysten, dass sich die Kryptowährung zunehmend von klassischen Risikoanlagen abkoppeln könnte.
Trotz der aktuellen Erholung könnten übergeordnete makroökonomische Unsicherheiten die Märkte weiterhin belasten. Anhaltende geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie Diskussionen über steigende Inflation und Zinsen könnten die Anlegerstimmung dämpfen.
Nach Einschätzung von Analysten von Bitunix verdeutlichen jüngste abweichende Positionen innerhalb des geldpolitischen Ausschusses der US-Notenbank im Zuge der Entscheidung, die Zinsen unverändert zu lassen, eine tiefere Unsicherheit.
„Dies signalisiert, dass das größte Problem der Fed nicht mehr darin besteht, wann die Zinsen gesenkt werden sollen, sondern dass der interne Konsens über die Natur der Inflation selbst zu bröckeln beginnt“, erklärten die Bitunix-Analysten in einer Stellungnahme.
Die Experten argumentieren, dass sich die Märkte zunehmend mit der Möglichkeit auseinandersetzen, dass „Energiepreise und geopolitische Faktoren eine Rückkehr zu einer Inflationsrate von 2 Prozent deutlich schwieriger machen könnten als bislang angenommen“, was das Risiko eines länger anhaltenden Hochzinsumfelds erhöhe.
„Das erklärt, warum die Renditen von Staatsanleihen nach der Sitzung erhöht blieben, sich die Erwartungen an Zinssenkungen nicht wesentlich ausgeweitet haben und sowohl Technologiewerte als auch Bitcoin – trotz kurzfristiger Stabilität – weiterhin in Strukturen mit hoher Volatilität gehandelt werden“, so die Analysten weiter. „Die Märkte beginnen zu erkennen, dass das größere langfristige Risiko möglicherweise nicht in einer Rezession selbst liegt, sondern in einem Umfeld, in dem die Inflation hartnäckig hoch bleibt, während sich das Wachstum gleichzeitig abschwächt – ein stagflationäres Szenario, das sowohl traditionelle geldpolitische Instrumente als auch die Bewertung von Vermögenswerten infrage stellt.“
Der Bitcoin notierte zuletzt bei rund 80.100 US-Dollar und lag damit binnen 24 Stunden um mehr als ein Prozent im Plus.