Das Paar NZD/USD zieht zu Beginn der neuen Woche einige Dip-Käufer an und klettert während der asiatischen Sitzung wieder über die Marke von 0,5900. Die Bullen müssen jedoch auf einen überzeugenden Ausbruch über die horizontale Barriere bei 0,5920-0,5925 warten, bevor sie sich für weitere Gewinne positionieren, da der Fokus weiterhin auf den Entwicklungen rund um die Nahost-Krise liegt.
US-Präsident Donald Trump kündigte am Wochenende an, dass die USA damit beginnen werden, neutrale Schiffe, die in der Straße von Hormus feststecken, im Rahmen einer Operation namens Project Freedom zu begleiten, und fügte hinzu, dass man im Falle einer Störung dieses Prozesses mit Gewalt reagieren werde. Als Reaktion darauf gab Ebrahim Azizi, Leiter der Nationalen Sicherheitskommission des iranischen Parlaments, eine formelle Warnung heraus, dass jede US-Einmischung in die strategische Wasserstraße eine Verletzung des Waffenstillstands darstellen würde. Dies hält die geopolitischen Risiken aufrecht, was dem sicheren Hafen US-Dollar (USD) zugutekommen und als Gegenwind für das Paar NZD/USD wirken könnte.
Unterdessen erklärte der Präsident der Federal Reserve Bank von Minneapolis, Neel Kashkari, am Sonntag, dass ein andauernder Iran-Konflikt die Inflationsrisiken und wirtschaftlichen Schäden erhöht. Zudem brachte Kashkari die Möglichkeit einer Zinserhöhung ins Spiel und verwies auf die Unsicherheit in allen Aspekten des Krieges. Dies erweist sich als weiterer Faktor, der den USD stützt. Die Erwartungen, dass die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) eine vorsichtige Haltung beibehalten oder eine Straffung in Erwägung ziehen wird, um die Inflation wieder auf den 2%-Zielwert zu bringen, wirken den negativen Faktoren entgegen und unterstützen den neuseeländischen Dollar (NZD) sowie das Paar NZD/USD.
Das gemischte fundamentale Umfeld macht es daher ratsam, auf eine nachhaltige Stärke über der genannten Barriere zu warten, bevor man sich für die Fortsetzung der jüngsten starken Aufwärtsbewegung ab dem monatlichen Tief im April positioniert. Für Montag sind keine relevanten US-Wirtschaftsdaten geplant, sodass der USD den geopolitischen Schlagzeilen ausgeliefert bleibt. Händler werden sich diese Woche zudem an wichtigen US-Makrodaten orientieren, darunter der Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht, der zusammen mit dem vierteljährlichen Beschäftigungsbericht aus Neuseeland dem Paar NZD/USD neuen Schwung verleihen sollte.
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.