EUR/CHF erholt sich nach Inflationsdaten der Eurozone, Märkte erwarten EZB-Signale

Quelle Fxstreet
  • EUR/CHF handelt am Donnerstag bei rund 0,9230 und bleibt damit im Tagesverlauf praktisch unverändert, nachdem es von 0,9198 zurückgeprallt ist.
  • Die Inflation in der Eurozone beschleunigt sich im März und verstärkt die Erwartungen an eine wachsame Haltung der EZB.
  • Die Protokolle der SNB liefern zusätzliche Hinweise zum Ausblick der Geldpolitik.

EUR/CHF handelt am Donnerstag zum Zeitpunkt der Niederschrift bei rund 0,9230 und bleibt damit im Tagesverlauf praktisch unverändert. Das Paar erholt sich jedoch von seinem Intraday-Tief bei 0,9198, das zuvor am Tag nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten der Eurozone für März erreicht wurde.

Nach revidierten Zahlen stieg der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) der Eurozone im März um 1,3 % im Monatsvergleich, was eine Beschleunigung gegenüber einem Anstieg von 0,6 % im Februar darstellt und die vorläufige Schätzung von 1,2 % leicht übertrifft. Auf Jahresbasis wurde die Inflation auf 2,6 % nach oben revidiert, was den höchsten Stand seit Juli 2024 markiert und zuvor bei 1,9 % lag. Die Kerninflation, die Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak ausschließt, wurde auf 2,3 % im Jahresvergleich revidiert, etwas unter der vorläufigen Schätzung von 2,4 % und den 2,4 % im Februar.

Der Anstieg der Gesamtinflation bei gleichzeitig niedrigerer Revision der Kernrate deutet darauf hin, dass die Energiepreise tatsächlich einen Aufwärtsdruck auf die Preisentwicklung in der Region ausüben. Dieser Trend könnte die Europäische Zentralbank (EZB) dazu veranlassen, bei ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung am 29. und 30. April einen restriktiveren Ton anzuschlagen. Die Protokolle der EZB-Sitzung vom 19. März, die später am Donnerstag veröffentlicht werden, könnten weitere Einblicke geben, wie die Entscheidungsträger die Persistenz der Inflationsdrucke bewerten.

Derzeit bevorzugen EZB-Vertreter einen vorsichtigen Ansatz. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte Anfang der Woche, dass die Zentralbank bei den Zinssätzen „vollständig agil“ bleiben müsse, betonte jedoch, dass keine Voreingenommenheit in Richtung Straffung bestehe. Dennoch rechnen die Finanzmärkte weiterhin mit zwei Zinserhöhungen um 25 Basispunkte in diesem Jahr. Laut Reuters bleibt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der April-Sitzung begrenzt, aber eine Maßnahme bis Juni ist von den Investoren inzwischen nahezu vollständig eingepreist.

Einige Entscheidungsträger mahnen ebenfalls zur Vorsicht. Der EZB-Politiker und Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, sagte am Donnerstag, es sei verfrüht, sich bei der April-Sitzung auf eine Zinserhöhung zu konzentrieren. Er wies darauf hin, dass die EZB eine kritische Datenmenge benötige, bevor sie handelt, und dass es keinen vorgegebenen Pfad für die Zinssätze gebe.

Auf Schweizer Seite deuten die am Donnerstag veröffentlichten Protokolle der Schweizerischen Nationalbank (SNB) darauf hin, dass sich der wirtschaftliche Ausblick des Landes aufgrund des Krieges im Nahen Osten unsicherer gestaltet. Die Zentralbank erwartet für 2026 ein Wachstum des Schweizer Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund 1 % und für 2027 von etwa 1,5 %, räumt jedoch ein, dass die Aktivität kurzfristig gedämpft bleiben könnte.

Die SNB stellte zudem fest, dass die jüngste Aufwertung des Schweizer Frankens (CHF) die geldpolitischen Bedingungen verschärft hat. Die Inflation wird voraussichtlich vorübergehend aufgrund höherer Energiepreise steigen, bevor sie mittelfristig wieder sinkt und mit der Preisstabilität vereinbar bleibt. Trotz des unsicheren Ausblicks hält die Zentralbank die aktuelle geldpolitische Haltung für angemessen. Die Protokolle lösten keine unmittelbare Reaktion des Schweizer Frankens am Devisenmarkt aus.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die EZB-Berichte zur Geldpolitik sowie auf Reden mehrerer EZB-Vertreter im weiteren Tagesverlauf, die weitere Reaktionen auf die jüngsten Inflationsdaten liefern und zusätzliche Hinweise zum geldpolitischen Ausblick der Zentralbank geben könnten.

Euro - heute

Die folgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung von Euro (EUR) gegenüber den aufgeführten Hauptwährungen heute. Euro war am stärksten gegenüber dem Neuseeländischer Dollar.

USD EUR GBP JPY CAD AUD NZD CHF
USD 0.16% 0.16% 0.05% -0.07% 0.01% 0.39% 0.21%
EUR -0.16% 0.00% -0.13% -0.23% -0.15% 0.20% 0.05%
GBP -0.16% 0.00% -0.11% -0.24% -0.15% 0.21% 0.05%
JPY -0.05% 0.13% 0.11% -0.12% -0.02% 0.29% 0.17%
CAD 0.07% 0.23% 0.24% 0.12% 0.09% 0.45% 0.29%
AUD -0.01% 0.15% 0.15% 0.02% -0.09% 0.35% 0.23%
NZD -0.39% -0.20% -0.21% -0.29% -0.45% -0.35% -0.15%
CHF -0.21% -0.05% -0.05% -0.17% -0.29% -0.23% 0.15%

Die Heatmap zeigt die prozentuale Entwicklung der wichtigsten Währungen im Vergleich zueinander. Die Basiswährung wird aus der linken Spalte ausgewählt, während die Notierungswährung aus der oberen Zeile ausgewählt wird. Wenn Sie zum Beispiel Euro aus der linken Spalte auswählen und sich entlang der horizontalen Linie zum US-Dollar bewegen, wird die prozentuale Veränderung in der Box als EUR (Basis)/USD (Notierungswährung) angezeigt.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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